Werberat beklagt Trend zur Provokation

Dienstag, 02. März 1999
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Der deutsche Werberat hat die zunehmende Provokation in der Werbung kritisiert. Die Zahl der Beschwerden sei zwar um 24 auf 306 zurückgegangen, einige Branchen verwendeten aber immer stärkere "provokative Elemente", um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen, hieß es bei der Vorstellung des Jahresberichts in Bonn. In 58 Fällen führte die Intervention des Werberats zur Zurückziehung der Werbung. Als Beispiel nannte Jürgen Schrader, Vorsitzender des Werberats, die Uhrenwerbung eines Bielefelder Händlers. Dessen Messekatalog enthielt Darstellungen von Selbstmordmethoden wie Kopfschuß, Erhängen und Aufschneiden der Pulsadern. In zwei anderen Fällen sprach das Gremium Rügen aus: Ein Düsseldorfer Textilunternehmen hatte in einer Jeans-Werbung (Diesel) einen Mann gezeigt, der einen Unterarm zersägt. Im zweiten Fall zeigte der Hülsen-Prospekt einer Bautechnikfirma unter der Überschrift"Die heißeste Versuchung" eine Frau mit gespreizten Beinen. Diese Darstellung sei pornographisch und für Frauen herabwürdigend, kritisierte der Werberat.
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