Werberat bearbeitet 1116 Beschwerden

Dienstag, 20. März 2007

Mit einem sprunghaften Ansteig der Beschwerden hat der Deutsche Werberat sich 2006 beschäftigt. Nach 788 Beschwerden in 2005 bearbeitete das Selbstkontrollgremium der Werbewirtschaft im vergangenen Jahr 1116 Beschwerden von Bürgern. Davon entfiel jedoch ein großer Teil auf ein einziges Kampagnenmotiv der "Hörzu". Unter dem Motto "Irgendwann nimmt man nicht mehr irgendwas" hatte der Axel Springer Verlag für seine Programmzeitschrift mit einem Motiv geworben, das eine Afrikanerin auf dem Schoß eines hellhäutigen Geschäftsmannes zeigt. Die Afrikanerin trägt neben Stammeskleidung auch eine Lippenplatte. Nach dem Einschreiten des Werberates, der dem Motiv Diskriminierung attestiert, zog Springer das Motiv von Conrad Gley Thieme in Hamburg zurück.

Insgesamt gingen beim Werberat im Jahr 2006 Beschwerden über 341 Kampagnen ein (2005: 403). Zuständig war das Gremium davon für 229 TV-Spots und Plakate, davon sprach er 116 von der Kritik frei.

Bei den übrigen 63 Werbemaßnahmen, die der Werberat beanstandet hat stellten die Unternehmen die Werbung in 61 Fällen ein oder änderten sie ab. Nur in zwei Fällen sprach der Werberat die öffentliche Rüge aus: Der Rendsburger Funknetzanbieter Klarmobil und KS Autoglas in Bremen wurden wegen Frauendiskriminierung gerügt. pap

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