Werberat: Zahl der Beschwerden wächst

Dienstag, 25. März 2008

Der Deutsche Werberat hatte im vergangenen Jahr mehr zu tun als 2006: Insgesamt musste er über 269 Werbeaktivitäten entscheiden, über die Beschwerden aus der Bevölkerung eingegangen waren. Das waren 18 Prozent mehr als Im Vorjahr. 82 Kampagnen wurden vom Werberat beanstandet, woraufhin die überwiegende Mehrzahl eingestellt wurde. Drei Maßnahmen liefen weiter, was eine öffentliche Rüge zur Folge hatte. Alle betrafen den Vorwurf der Diskriminierung von Frauen.

So bewarb das Münchener Unternehmen Erotic World Handel ein DVD-Angebot auf Schaufensterplakaten, das ein weibliches Gesäß mit einem Brandmal und hochgereckten Beinen zeigte. Quer über das Plakat war ein rauchendes Brenneisen abgebildet. Die Firma ISAS Gebrüder Schmidtlein in Büttelborn bewarb im Internet ihr "Ratgeberportal für zwischenmenschliche Kontakte" mit den Slogans "So bekommst Du jede Frau ins Bett" und "Noch heute hast Du Spaß mit einer Frau". Die dritte Rüge betraf den Möbelhändler Heuberg-Wagner in Bremen-Neustadt. Eine Anzeige bildete zu der Zeile "Wenn etwas fehlt" ein weibliches Model ab, dessen Rock im Genitalbereich so ausgeschnitten war, das er den Blick auf die Scham freigab.

Kritisch äußerte sich der Werberat gegenüber der Werbung mit Umweltargumenten. Diese müssten nachvollziehbar sein, damit sie nicht als manipulative Trickserei missverstanden würden, mahnte der Vorsitzende des Deutschen Werberats, Hans-Henning Wiegmann, bei der Präsentation der Jahresbilanz am Dienstag in Berlin.
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