Werbemarkt legt um 5,6 Prozent zu

Dienstag, 11. Juli 2006
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Der deutsche Werbemarkt ist weiter auf Wachstumskurs. In der Zeit von Januar bis Ende Juni 2006 sind die Bruttowerbeinvestitionen auf insgesamt 9,7 Milliarden Euro gestiegen - gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 5,6 Prozent. Das geht aus den aktuellen Auswertungen des Hamburger Werbe- und Medienforschungsunternehmens Nielsen Media Research hervor. Laut Ludger Wibbelt, Geschäftsführer bei Nielsen Media Research, ist das 2. Quartal 2006 stärker gewachsen als das erste. "Dabei ist der Juni mit minus 3,0 Prozent allerdings hauptsächlich durch Sondereffekte der Fußball-WM geprägt". Das gelte insbesondere für die TV-Werbung.

Im Mittelpunkt der Werbekampagnen stand im 1. Halbjahr 2006 eindeutig das Thema WM. Laut Wibbelt hatten im 1. Halbjahr 5,7 Prozent der Werbekampagnen in den klassischen Medien einen Bezug zur WM. Allerdings konnten nach Einschätzung Wibbelts nicht alle Sponsoren und nationalen Förderer gleichermaßen von ihrem Engagement profitierten. Dagegen hätten viele Ambush-Marketing-Aktionen überzeugt, "da sie alleine schon bedingt durch die rigiden juristischen Richtlinien für sehr kreative Umsetzungen sorgen mussten," so Wibbelt.

Von dem Großereignis profitiert hat unter anderem die Werbung in der Telekommunikationsbranche. Mit einem Plus von 107 Millionen Euro auf 403 Millionen Euro konnte diese Branche ihre Investitionen im 1. Halbjahr 2006 am stärksten steigern. Die drei großen Telekom-Unternehmen steigerten ihre Werbeinvestitionen alleine schon um knapp 40 Millionen Euro. Darüber hinaus trug insbesondere die Werbung für Printmedien mit einem Wachstum von 126 Millionen Euro zu dem Aufschwung bei, aber auch die Imagewerbung der Unternehmen zog stark an.

Ihre Etats erhöht haben auch die Kosmetikmarken. "Nach der hohen Aufmerksamkeit der Fußball-WM in der weiblichen Bevölkerung waren die deutlich gesteigerten Werbeinvestitionen im Haar- und Körperpflegebereich sehr sinnvoll investiert und integriert", so Wibbelt.

Weniger Werbaufwendungen wurden hingegen im Bereich der Putz- und Pflegemittel registriert, die ihre Investitionen um mehr als 33 Millionen Euro senkten. Diese Reduzierung wird maßgeblich von dem Unternehmen Reckitt & Benckiser geprägt, das seine Werbeinvestitionen 2005 zwar noch deutlich ausbaute, aber im 1. Halbjahr 2006 bereits deutlich senkte.

Von dem Werbeplus profitieren konnten vor allem die Fachzeitschriften, die mit einem Plus von 8,9 Prozent am deutlichsten zulegen konnten. Ähnlich positiv sieht die Entwicklung bei anderen Printmedien aus. So wuchsen die Werbeeinnahmen der Tageszeitungen um 6,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Publikumszeitschriften verzeichneten bei einem Werbeumsatz von 2,0 Milliarden Euro ebenfalls ein deutliches Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2005. Das Medium Radio erzielte mit einer Wachstumsrate von 2,1 Prozent ein Werbevolumen von 587 Millionen Euro. Die Werbeeinnahmen von Plakat wuchsen um 6,0 Prozent auf 325 Millionen Euro. Mit Abstand das größte Werbemedium bleibt das Fernsehen mit einem Werbevolumen von 3,9 Milliarden Euro. Dieses entspricht einem Wachstum von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die weitere Entwicklung der Werbeinvestitionen beurteilt der Nielsen-Media-Chef positiv. "Wir erwarten, dass sich diese positive Entwicklung auch im 2. Halbjahr halten wird", so Wibbelt. mas

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