Werbemarkt: Print verliert, Internet gewinnt / Ordentliches Wachstum im April

Mittwoch, 11. Mai 2011
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt

  Nach einer kleinen Delle im März ist der Werbemotor im April wieder auf Touren gekommen. Die Brutto-Investitionen für Kommunikation legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Hamburger Werbeforschungsunternehmens Nielsen hervor. Im März waren die Brutto-Spendings vor allem wegen des späten Osterfests in diesem Jahr um 2,1 Prozent zurückgegangen. Flossen im März 2010 noch 31 Millionen Euro in Kampagnen rund um das christliche Fest, waren es in diesem Jahr lediglich 5,8 Millionen Euro. Dank der positiven Entwicklung im April blieb diese kurze Schwächephase allerdings ohne größere Folgen für die bisherige Gesamtbilanz des Jahres 2011: Unter dem Strich investierten die Unternehmen hierzulande von Januar bis Ende April knapp 8 Milliarden Euro in Werbung. Das ist ein Plus von 4,8 Prozent. Im Krisenjahr 2009 hatte die werbungtreibende Industrie zu diesem Zeitpunkt lediglich 7 Millionen Euro ausgegeben, im Jahr 2008 waren es 7,1 Milliarden Euro.

Vom Aufschwung können nahezu alle Mediengattungen profitieren. Einzige Ausnahme sind die Zeitungen, die aktuell eine ganze Reihe großer Werbekunden verlieren. So hat mit Schlecker kürzlich ein großer Stammkunde angekündigt, in Zukunft weitgehend auf Printwerbung zu verzichten. Die großen Discounter Aldi und Lidl haben zuletzt ebenfalls ihre Werbeaktivitäten in Zeitungen stark zurückgefahren - genauso wie der größte deutsche Werbungtreibende Media Saturn. All das hat dazu geführt, dass die Brutto-Werbeumsätze der Zeitungen in den ersten vier Monaten von gut 1,68 auf 1,66 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Gemessen am Marktanteil an den Bruttospendings liegen die Zeitungen mit 20,9 Prozent aber immer noch auf Rang 2 nach dem Medium TV, das nach einer Steigerung von 3,32 auf 3,39 Milliarden Euro 42,6 Prozent Marktanteil erreicht.

Die Publikumszeitschriften kommen nach einem leichten Umsatzplus von 1,1 auf 1,15 Milliarden Euro auf einen Marktanteil von 14,5 Prozent. Am stärksten zulegen kann der Werbeträger Internet: Hier steigen die Bruttospendings von 633 auf 823 Millionen Euro - das entspricht einem Marktanteil von 10,3 Prozent. Das Medium Radio erreicht mit Bruttoerlösen in Höhe von 444 Millionen Euro 5,6 Prozent Marktanteil, Plakat (321 Millionen Euro) liegt bei 4 Prozent, die Fachzeitschriften (137 Millionen Euro) bei 1,7 Prozent und Kino (22 Millionen Euro) bei 0,3 Prozent. mas
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