Werbemarkt: Herbststimmung mitten im Hochsommer

Freitag, 10. August 2012
Trotz Olympia haben die Unternehmen ihre Bruttospendings verringert (Foto: London2012.com)
Trotz Olympia haben die Unternehmen ihre Bruttospendings verringert (Foto: London2012.com)

Beim Werbemarkt ist es wie mit dem Sommer. So richtig sind beide nicht in Hochstimmung. Auf den ersten Blick sehen die Zahlen dabei gar nicht so schlecht aus. In den ersten sieben Monaten haben die Werbungtreibende laut den Zahlen von Nielsen 14,1 Milliarden Euro investiert. Das ist ein Plus von 1,4 Prozent. Doch auf den zweiten Blick ist das keine positive Entwicklung. Zum einen toben im Hintergrund die Rabattschlachten. Zum anderen hat sich der Monat Juli deutlich ins Minus gedreht. Um fast drei Prozent haben die Unternehmen auf Bruttobasis ihren Werbedruck verringert, trotz Fußball-Europameisterschaft und trotz des Beginns der Olympischen Spiele in London.

Für die Medien bedeutet das insgesamt eine Fortsetzung der bisherigen Entwicklung. Fernsehen bleibt stärkstes Medium mit knapp sechs Milliarden Euro und einem Plus von 3,7 Prozent. Internet wächst erneut zweistellig mit 16,7 Prozent und kommt jetzt auf rund 1,5 Milliarden Euro an Bruttospendings. Radio ist in diesem Jahr als Aberverkaufsmedium bei den Unternehmen beliebt. 836 Millionen Euro bedeutet ein Plus von fast sechs Prozent. 

Das waren allerdings dann auch schon die positiven Nachrichten. Die Fachzeitschriften verlieren 1,5 Prozent und erwirtschaften 238 Millionen Euro. Die Publikumstitel büßen mit 1,9 Milliarden Euro knapp 4 Prozent ein. Die Zeitungen bluten erneut stark. Sie erzielen Einnahmen von 2,8 Milliarden Euro, ein Minus von 5,4 Prozent. 

Bei Out of Home haben die Unternehmen ihre Spendings um  4,6 Prozent auf 685 Millionen Euro reduziert. Besonders bitter: Im Juli verlor das Segment 11,6 Prozent. Nicht viel besser sieht es für Kino aus. In den Lichtspielhäusern der Republik haben die Unternehmen ihren Werbedruck mit 45 Millionen Euro um 11,4 Prozent abgebaut. mir
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