Werbekonjunktur: Deutschland kommt mit blauem Auge durch die Eurokrise

Mittwoch, 13. Juli 2011
Sieht Deutschland auf Kurs: Frank-Peter Lortz, Chairman bei Zenith Optimedia
Sieht Deutschland auf Kurs: Frank-Peter Lortz, Chairman bei Zenith Optimedia

Der Aufschwung am Werbemarkt hält ungeachtet der Eurokrise und der politischen Umbrüche in Nordafrika und dem Mittleren Osten an. Zenith Optimedia hat seine Prognose zur Entwicklung der weltweiten Netto-Werbeausgaben im laufenden Jahr trotz der Unsicherheit in der Eurozone nur leicht von 4,2 auf 4,1 Prozent nach unten korrigiert. Vor allem in Deutschland läuft der Werbemotor rund. HORIZONT.NET zeigt, wie die einzelnen Medienkanäle in der Prognose im Detail abschneiden. „Die deutsche Konjunktur hat sich zum Jahresbeginn rasant entwickelt und zeigt sich weiter positiv", erklärt Frank-Peter Lortz, Chairman bei Zenith Optimedia in Düsseldorf. Ganz ungeschoren kommt Deutschland allerdings nicht durch die Euro-Krise. Stand heute sagt Lortz dem deutschen Markt für 2011 ein Wachstum von 2,7 Prozent auf netto 18,5 Milliarden Euro voraus - das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als vor drei Monaten. "Die wirtschaftlichen Eckdaten in Deutschland sind aber robust, so dass wir weiter von einer stabilen Entwicklung ausgehen.“ Bereits im Jahr 2012 soll der deutsche Werbemarkt wieder das Vor-Krisen-Niveau von 2008 erreichen - eine Marke, die weltweit bereits in diesem Jahr übersprungen wird, wenn die Spendings auf 471 Milliarden US-Dollar steigen.

Glaubt man Zenith Optimedia, so werden (fast) alle Medien in diesem Jahr ihre Werbeeinnahmen steigern können. Einzige Ausnahme sind die Tageszeitungen, die mit 5,8 Milliarden Euro 2011 zwar nach wie vor Umsatzprimus bleiben, aber 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbüßen. Grund dürfte der Rückzug iniger traditioneller Werbekunden sein. So wirbt Schlecker neuerdings kaum noch in Printmedien, sondern im TV und im Internet. Auch große Discounter wie Aldi, Lidl und Penny hatten zuletzt ihre Print-Spendings heruntergefahren.

Deutlich zulegen werden in diesem Jahr die TV-Vermarkter. Zenith Optimedia traut dem Medium ein Plus von 3,9 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu. Am deutlichsten legt einmal mehr das Internet zu. In Deutschland werden Unternehmen in diesem Jahr netto 3,5 Milliarden Euro für Online-Werbung ausgeben - ein Zuwachs von 13,2 Prozent. Wachstumstreiber ist laut Zenith vor allem die Display-Werbung – zu der Online-Bewegtbild und Social Media zählen. Im Jahr 2013 wird das Internet wie berichtet TV als zweitstärkstes deutsches Werbemedium nach Zeitungen überflügeln. Auch weltweit wird das Internet 2013 auf Rang 2 vorstoßen - allerdings nach TV.

Auch die anderen Gattungen entwickeln sich positiv. Laut Zenith-Prognose werden die Zeitschriften das Jahr 2011 mit einem Plus von 0,3 Prozent abschließen. Dem Medium Radio trauen die Marktforscher ein Wachstum von 0,9 Prozent zu. Die Werbeausgaben für Kino sollen um 2,7 Prozent, die für Out of Home um 1,8 Prozent zulegen. mas
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