Werbeausgaben klettern überall - außer in Europa

Montag, 12. November 2012
In Europa zeigt die Kurve derzeit nicht nach oben
In Europa zeigt die Kurve derzeit nicht nach oben

Weltweit sind die Werbeausgaben im ersten Halbjahr des laufenden Jahres auf 266 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das ist ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das zweite Quartal 2012 meldet Nielsen in einer aktuellen Analyse 139 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 2,4 Prozent. Allerdings profitieren nicht alle Regionen von dem Aufschwung. Im Mittleren Osten und Afrika stiegen die Spendings im zweiten Quartal um fast 20 Prozent, in Lateinamerika um gut fünf Prozent. Ganz anders das Bild in Europa. Die Region ist laut dem "Global AdView Pulse" von Nielsen die einzige, in der die Spendings im Vorjahresvergleich zurückgehen. Um fast 4 Prozent bricht der Werbemarkt im europäischen Raum ein. Vor allem in Griechenland, den Niederlanden und Portugal halten sich die Unternehmen zurück, während in NorwegenGroßbritannien und der Türkei die Spendings laut Nielsen eher wachsen. Eine ähnlich heterogene Entwicklung gibt es auch im Raum Asien-Pazifik. Das Plus von 2,9 Prozent wird getragen von den Philippinen, Indonesien und Hongkong. Südkorea und Australien sorgen hingegen dafür, dass das Plus nicht noch höher ausfällt. In Nordamerika legt mit der schleichenden Erholung der US-Wirtschaft und dem Präsídentschafts-Wahlkampf der Werbemarkt um 2,4 Prozent zu. In Kanada dagegen nimmt der Werbedruck um zwei Prozent ab.

Von dem weltweiten Geldsegen profitieren nicht alle Gattungen. In der Halbjahresbilanz von Nielsen ist die Internetwerbung mit einem Plus von 7,2 Prozent der Wachstumssieger, gefolgt von Radio  mit 6,6 Prozent. Und selbst die hierzulande gebeutelten Zeitungen erzielen global ein Plus von 1,2 Prozent. Lediglich die Magazine sind mit 1,3 Prozent im Minus.

Der harte Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt spiegelt sich auch bei den Werbeausgaben wider. Um fast 8 Prozent haben die Unternehmen weltweit den Werbedruck erhöht, vor allem in Lateinamerika, im Mittleren Osten und Afrika. Im Automobilmarkt nimmt der Verdrängungswettbewerb ebenso weiter an Fahrt auf (Plus 6,3 Prozent). Und das hat Folgen. So hat gerade Suzuki den Rückzug aus dem US-Markt angekündigt. mir
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