Weniger TV-Spots: DKV steckt jeden zweiten Werbe-Euro ins Netz

Freitag, 24. Februar 2012
Gibt bei der Onlinewerbung Gas: DKV-Marketer Hans Fabry
Gibt bei der Onlinewerbung Gas: DKV-Marketer Hans Fabry

Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) vollzieht einen radikalen Schwenk in ihrer Mediastrategie. Der Kölner Gesundheitsversicherer aus dem Ergo-Konzern wird seine Ausgaben für Onlinewerbung spürbar anheben. Das kündigt DKV-Marketingchef Hans Fabry gegenüber HORIZONT.NET an. "Der Online-Anteil wird prozentual deutlich steigen und vermutlich auf bis zu 50 Prozent anwachsen", erklärt Fabry. Diese Zielmarke solle noch in diesem Jahr erreicht werden. Verlierer dieser Entwicklung sind die TV-Vermarkter. Laut Fabry ist in diesem Jahr keine Erhöhung der Werbespendings geplant. Die Aufstockung des Onlineetats gehe daher "klar zu Lasten der bisherigen TV-Spendings", sagt Fabry.

Wie massiv die DKV ihren Kommunikationsmix verändert, zeigt der Vergleich zum Vorjahr. Laut einer Auswertung des Hamburger Marktforschers Nielsen, die HORIZONT.NET vorliegt, gab die DKV 2011 unter dem Strich 13,7 Millionen Euro brutto für Werbung aus. Davon flossen aber lediglich 2,1 Millionen Euro ins Internet. Der Online-Anteil an den Brutto-Spendings lag damit lediglich bei 15 Prozent.

Unterstützt wird die DKV bei ihrem Shift in Richtung Online künftig von Scholz & Friends. Neben SEO-und SEM-Maßnahmen sind unter anderem auch große Bannerkampagnen geplant. Die Berliner Niederlassung der Kreativagentur hatte sich erst kürzlich im Pitch um den DKV-Werbeetat gegen insgesamt fünf Wettbewerber durchgesetzt - und dabei vor allem mit ihren Ideen zur Verknüpfung von Off- und Online-Medien überzeugt. Scholz & Friends löst damit wie berichtet den bisherigen Stammbetreuer Ogilvy & Mather ab, der die DKV 13 Jahre lang betreute. mas
Meist gelesen
stats