Wegen Louis-Vuitton-Kampagne: Michael Phelps droht Aberkennung seiner olympischen Medaillen

Montag, 20. August 2012
Die Kampagne für Louis Vuitton könnte Michael Phelps teuer zu stehen kommen
Die Kampagne für Louis Vuitton könnte Michael Phelps teuer zu stehen kommen

Große Aufregung um Michael Phelps. Der größte Schwimmer aller Zeiten muss womöglich seine sechs bei den Olympischen Spielen in London gewonnen Medaillen zurückgeben. Grund ist nicht etwa ein positiver Doping-Test, der am häufigsten zur Aberkennung von Medaillen führt, sondern ein Patzer bei der Werbekampagne für Louis Vuitton. Stein des Anstoßes sind die aktuellen Werbemotive von Louis Vuitton, auf denen sich Michael Phelps als Botschafter für die französische Luxusmarke stark macht. An den von Starfotografin Anne Leibovitz fotografierten Motiven, auf denen Phelps unter anderem halbnackt in einer Badewanne posiert, gibt es an sich gar nichts auszusetzen. Das eigentliche Problem hat vielmehr mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung zu tun. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, sind die Motive zu früh in Umlauf geraten. Damit wurde eine Regel des Internationalen Olympischen Komitee (IOC) verletzt.

Konkret geht es um die Regel 40 der olympischen Charta. Um seine Top-Sponsoren zu schützen, verbietet das IOC den Athleten, kurz vor den Spielen, währenddessen und kurz danach Werbung für andere Unternehmen zu machen. Wer dagegen verstößt, kann im schlimmsten Fall seine Olympia-Medaillen verlieren.

In diesem Jahr galt das Werbeverbot bis zum 15. August. Warum die Motive mit Phelps schon früher im Web veröffentlicht wurden, ist bislang noch unklar. Bei Louis Vuitton verweist man darauf, dass die Kampagne erst am 16. August starten sollte. Auch das Management von Michael Phelps weist alle Verantwortung von sich: "Michael hat die Regel nicht verletzt. Alles was zählt, ist, ob der Athlet dieser Nutzung zugestimmt hat. Und Michael hat diese Bilder nicht freigegeben", zitiert die "WamS" Phelps-Manager Peter Carlisle. Wann das IOC über den Fall entscheidet, ist unklar. mas
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