Warum die Telekom mit Groupon aufs falsche Pferd setzt

Dienstag, 10. Januar 2012
Die Telekom hofft auf Groupon
Die Telekom hofft auf Groupon

Dass die Deutsche Telekom eine Partnerschaft mit Groupon schließt, hätte noch vor einem Jahr zu einem Beben im deutschen Handel und der Gastronomie geführt. Damals schien es noch so, als ob die spezielle Couponing-Variante, die Groupon populär gemacht hat, zum branchenübergreifenden Werbeersatz werden könnte. Warum soll man viel Geld für Werbung ausgeben, wenn sich die Kunden mit einem Groupon-Deal quasi zum Nulltarif in den Laden locken lassen - war damals bei vielen Unternehmen das Kalkül. Heute sind wir um einiges schlauer und entsprechend weniger beeindruckend klingt auch die frischverkündete Kooperation. Denn mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass ein Groupon-Partner viel Geld verlieren und wenig Kunden gewinnen kann, wenn er bei den Bedingungen seines Deals nicht genau aufpasst. Auch die unverändert aufwändige Logistik bei der Einlösung der Coupons macht das Vermarktungsmodell gerade für die heiß umworbenen Handelsketten nach wie vor unattraktiv.

Das bedeutet, dass der Pool an potenziellen Deal-Lieferanten in Deutschland weiterhin überschaubar bleiben wird. Daran ändert auch der massive Reichweitenzuwachs nicht, den die Telekom ihrem neuen Partner beschert. Wer bisher keine Verwendung für Groupon als Promotiontool hatte, wird sich nicht bekehren lassen, nur weil mehr Menschen die Deals künftig zu sehen kriegen.

An dieser Gleichung wird sich erst etwas ändern, wenn das Mobile Couponing reif für seine Premiere auf der großen Bühne des Marketing ist. Dann könnte die Deutsche Telekom schon allein aufgrund ihres Mobilfunknetzwerks zu einem zentralen Player werden, doch ob Groupon dann noch ein wertvoller Verbündeter sein wird, steht angesichts des hohen Innovationstempos der digitalen Wirtschaft in den Sternen.

Im Moment gewinnen eigentlich nur die Aktionäre von Groupon, die dringend postive Meldungen brauchen, wenn die Aktie den in sie gesetzten Hoffnungen gerecht werden soll. Der Telekom-Deal ist ein solcher Hoffnungsschimmer für den Couponing-Shootingstar. Mehr nicht. cam
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