Warum Ferrero-Mediachef Storch bei Digitalmarketing lieber die zweite Maus sein will

Donnerstag, 02. Februar 2012
Uwe Storch, Head of Media bei Ferrero
Uwe Storch, Head of Media bei Ferrero

Auf der Fachmesse M-Days war viel von Mäusen die Rede: Wieviel Mäuse in Mobile Advertising fließen sollten, wieviel Mäuse mit Mobile Payment zu verdienen sein werden doch Uwe Storch, Head of Media bei Ferrero, interessierten Mäuse vor allem als Gleichnis für Innovations-Pioniere. Seine Rechnung dabei: Die erste Maus, die in einem Stück unbekannter Technologie das Potenzial für eine Steigerung des Käsekonsums erschließen wolle, lande meist mit dem Kopf in der Mausefalle: "Es ist die zweite Maus, die den Käse kriegt." Dabei ist der Ferrero-Mediachef durchaus offen für Mobile-gestützte Marketinglösungen: "Als Werbungtreibende müssen wir dahin gehen, wo unsere Zielgruppen sind. Und es ist kein Geheimnis, dass sich besonders jüngere Konsumenten durch klassische TV-Kampagnen zunehmend schwerer erreichen lassen. Mobile kann eine Lösung dafür sein." Storch verfolgt insbesondere den Einsatz von Mobile-Lösungen am PoS mit großem Interesse: "Die Idee, den Einkauf in Zukunft auf diese Weise erleichtern zu können, ist faszinierend." Das Problem liege allerdings häufig in den notwendigen Details der Umsetzung. So sei bei der Implementierung von Mobile Payment derzeit nicht klar, in welcher Handelskategorie die Technologie mit vertretbaren Kosten einen spürbaren Kundenutzen liefern könne: "Im FMCG-Bereich müssten wir jeden Schokoriegel technologisch aufrüsten, damit die Kunden nicht mehr an der Kasse warten müssen. Das ist bei den Margen im Handel eher unrealistisch. Und bei höherpreisigen Gütern werden die Kunden wohl auch in Zukunft ihren Kauf an der Kasse bestätigen müssen."

Ferrero befindet sich aus seiner Sicht derzeit noch in einer intensiven Testphase des Medienkanals: "Wir betreiben seit Jahren Experimente, um die Mechanik von Mobile Media zu verstehen." So hat Ferrerero bei Kinder Überraschung das Potenzial von QR-Links getestet. Allen Prognosen vom unmittelbar bevorstehenden Druchbruch von Mobile als Massenmedium, erteilt er eine Absage: "Der Tippingpoint zum Massenmedium ist noch nicht erreicht. Aber einzelne Nutzersegmente haben sich schon herausgebildet und aus denen können wir lernen." cam
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