Wahlhelfer wider Willen: Playmobil legt sich mit den Piraten an

Freitag, 20. April 2012
Stein des Anstoßes: Die Piraten umgeben sich gern mit Figuren von Playmobil (Bild: dpa)
Stein des Anstoßes: Die Piraten umgeben sich gern mit Figuren von Playmobil (Bild: dpa)

Dass es die Piratenpartei mit dem Recht am geistigen Eigentum nicht so genau nimmt, ist hinlänglich bekannt. Jetzt sehen sich die Piraten erstmals mit dem Vorwurf einer leibhaftigen Kaperung konfrontiert. Die Anschuldigung kommt von Playmobil. Die Nürnberger Spielzeugmarke wirft der Partei vor, ihre Piraten-Spielzeugfiguren für politische Werbung zu missbrauchen. In einer Mail an Tobias Eckrich, den Pressefotograf der Piratenpartei, äußert Playmobil seinen Unmut darüber, dass in der medialen Berichterstattung über die Partei häufig Bilder auftauchen, auf denen die bekannten Piraten-Figuren von Playmobil zu sehen sind. "Die Figuren wurden dabei teilweise mit der hinzugefügten Aufschrift ,Piraten Partei` versehen", heißt es in der Mail, die HORIZONT.NET vorliegt.

"Wir fordern sie ausdrücklich auf, unsere Figuren nicht mehr zur politischen Werbung zu verwenden", heißt es in dem Schreiben weiter, das von Lisa-Maria Leuker, bei Playmobil für den gewerblichen Rechtsschutz zuständig, unterzeichnet ist. Als Hersteller der Playmobil-Figuren sei es das Anliegen von Playmobil, "das für Kinder bestimmte Spielzeug grundsätzlich von politischen Assoziationen jeder Art freizuhalten."

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Bei der Piratenpartei zeigt man sich von den Vorwürfen überrascht. "Es gibt sicher einige Parteimitglieder, die sich bei Veranstaltungen wie unserem Bundesparteitag daraus einen Spaß gemacht haben", räumt ein Sprecher der Piraten gegenüber HORIZONT.NET ein. Die Partei habe aber zu keinem Zeitpunkt Playmobil-Figuren für Werbezwecke eingesetzt. "Es liegt auch überhaupt nicht in unserem Interesse, mit Spielzeugfiguren in Verbindung gebracht zu werden", heißt es weiter.

Auch die Pressestelle habe den Medien kein entsprechendes Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Ein Blick in den Blätterwald bestätigt diese Aussage: Aus den Copyrightvermerken geht jedenfalls hervor, dass die von Playmobil kritisierten Bilder von Nachrichtenagenturen wie DPA und DAPD aufgenommen und von den Redaktionen geordert wurden.

Auch wenn der Piraten-Sprecher nachvollziehen kann, dass Playmobil als Hersteller von Kinderspielzeug nicht mit politischen Parteien in Verbindung gebracht werden möchte, wird es wohl keinen Aufruf an die Mitglieder geben, ihre Playmobil-Figuren bei künftigen Parteitagen zuhause zu lassen. "Wir werden unsere Mitglieder definitiv nicht in ihrer Freiheit einschränken", so Lessmann. mas
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