Wachstumsfeld Mobile: United Internet kündigt deutliche Erhöhung des Marketingetats an

Donnerstag, 24. März 2011
Vorstandschef Ralph Dommermuth macht mehr Geld für Werbung locker
Vorstandschef Ralph Dommermuth macht mehr Geld für Werbung locker

United Internet greift im Markt für mobiles Internet an. Die Muttergesellschaft von Marken wie 1&1, Web.de, GMX und Sedo will nach einem Rekordjahr 2010 das Wachstum noch einmal beschleunigen. Im Zuge dessen werden auch die Marketingausgaben spürbar ansteigen: "Wir werden in diesem Jahr deutlich mehr in Werbung investieren", kündigte Vorstandschef Ralph Dommermuth am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt auf Anfrage von HORIZONT.NET an.
Grund für die steigenden Marketingaufwendungen ist vor allem eine massive Etataufstockung für Produkte rund um das mobile Internet - einem der zentralen Wachstumsfelder des in Montabaur ansässigen Konzerns. Im 2. Halbjahr 2010, in dem das Tochterunternehmen 1&1 auf Basis eines Vertrags mit Vodafone als "virtueller Netzbetreiber" startete, haben sich 180.000 Verbraucher für einen der Tarife des Unternehmens entschieden. "Darauf sind wir stolz, denn das sind sehr hochwertige Kunden", erklärt Dommermuth, der mit der Performance von 1&1 im Segment des mobilen Internet daher auch "sehr zufrieden" ist. 

Dass die Spendings in diesem Segment nun deutlich steigen, liegt schon daran, dass 1&1 Produkte wie die All-Net-Flat erst Mitte 2010 auf den Markt brachte - und diese anders als 2011 eben auch nur ein halbes Jahr lang beworben wurden. Finanzvorstand Norbert Lang deutete gegenüber HORIZONT.NET an, dass sich die Werbeausgaben im Segment Mobiles Internet 2011 vor diesem Hintergrund in etwa verdoppeln werden. Damit würde der Gesamtetat um eine stattliche Summe steigen: In der Broschüre zum Fiskaljahr 2010 beziffert United Internet die im 2. Halbjahr aufgelaufenen Marketingkosten für das Segment Mobiles Internet mit mehr als 54 Millionen Euro.

Wie Dommermuth erläuterte, wurden dafür etwa 25 Millionen Euro aus dem Marketingtopf für das DSL-Geschäft abgezogen - ein Segment, das immer mehr an Relevanz  verliert. Laut Dommermuth leidet das DSL-Geschäft insgesamt unter dem starken Konkurrenzdruck durch die Kabelnetzbetreiber, die Kunden ebenfalls schnelles Internet zu häufig besseren Konditionen anbieten. Auch die Tatsache, dass Anbieter wie United Internet 10,20 Euro pro Anschluss an die Deutsche Telekom für die Nutzung der letzten Meile zum Kunden zahlen müssen, trägt laut Dommermuth dazu bei, dass die Margen im Geschäft mit dem mobilen Internet "deutlich attraktiver" sind. Das wirkt sich auch auf die Bilanz des Unternehmens aus: Finanzchef Lang erwartet im Geschäftsbereich Access Dank mobilem Internet in diesem Jahr ein Umsatzplus von 5 Prozent.

Neben dem mobilen Internet setzt United Internet auch verstärkt auf das Geschäft mit Applikationen. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Do-it-yourself-Homepage, die sich an kleinere Gewerbetreibende richtet. Von den Homepage-Paketen, die zwischen 10 und 30 Euro monatlich kosten, wurden Dank massiver TV-, Print- und Onlinewerbung 2010 monatlich rund 7000 verkauft. Dommermuth sieht hier noch starkes Wachstumspotenzial und will daher weiter investieren. "Das ist für uns eine ganze neue, riesige Zielgruppe, und wir haben das Glück, dass derzeit kein Wettbewerber ein vergleichbares Produkt im Markt hat", sagt der United-Internet-Chef.

Dies schlug sich auch 2010 in der Konzernbilanz nieder: So kletterte der Umsatz im Geschäftsfeld Applications im vergangenen Jahr um 7,1 Prozent auf 676,5 Millionen Euro, der Umsatz im Bereich Access stieg noch stärker um 19,8 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro an. Unter dem Strich weist United Internet für das Geschäftsjahr 2010 ein Umsatzplus von 15 Prozent auf gut 1,9 Milliarden Euro aus. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich minimal um 0,4 Prozent auf 357,7 Millionen Euro. mas
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