WPP plant feindliche Übernahme von TNS

Mittwoch, 09. Juli 2008
Will TNS: WPP-Chef Martin Sorrell
Will TNS: WPP-Chef Martin Sorrell

Die geplante Hochzeit zwischen der deutschen GfK und der britischen Taylor Nelson Sofres (TNS) steht weiter unter keinem guten Stern. Die britische WPP Group, der weitweit zweitgrößte Werbekonzern, hat heute TNS ein feindliches Übernahmeangebot gemacht. WPP-Chef Martin Sorrell unterbreitete sein Angebot von 1,35 Milliarden Euro (1,08 Milliarden britische Pfund) direkt den TNS-Anteilseignern. Seine bisherigen Offerten lehnte das TNS-Management immer als zu niedrig ab. Sorrell sieht seinen Vorstoß dagegen keinesfalls als feindlich an. "Wir sind überzeugt, dass unser Angebot weder den TNS-Aktionären noch den Kunden und Mitarbeitern gegenüber feindlich ist. Wir glauben, dass WPP für die Marke TNS besser geeignet ist als die GfK."

Mittlerweile scheint die GfK ihrerseits an einem Gegenangebot zu basteln. Das berichtet jedenfalls die "Financial Times". Bei der GfK gibt man sich dagegen verschlossen. "Keinen Kommentar", heißt es aus Nürnberg auf Nachfrage von HORIZONT.NET.

Am 29. April hatten die Markforschungsunternehmen GfK und TNS mitgeteilt, dass Sie einen "Merger of Equals" planen. Der Verwaltungsrat des GfK-Vereins hat dem geplanten Zusammenschluss mit dem britischen Rivalen bereits zugestimmt. Am 21. Juli sollen noch die Mitglieder des Vereins, der rund 57 Prozent der GfK-Anteile hält, ihr Okay geben. Dies allerdings gilt als weitaus größere Hürde.
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