WPP-Chef Sorrell legt TNS und Research International zusammen

Dienstag, 24. Februar 2009
WPP-Chef Martin Sorrell schmiedet weltweit größten Marktforscher
WPP-Chef Martin Sorrell schmiedet weltweit größten Marktforscher

Vier Monate nach der Übernahme des britischen Marktforschers TNS trimmt CEO Martin Sorrell das Portfolio der WPP-Beratungsfirmen auf Effizienz. Die weltweit größte Werbeholding wird TNS mit Research International zusammenlegen. Damit wird allmählich klar, warum sich Sorrell im vergangenen Jahr im Kampf um TNS mit dem Nürnberger Marktforscher GfK eine wahre Übernahmeschlacht geliefert hat: Durch die Fusion von TNS und Research International, die beide unter dem Dach der Kantar Group - einer hundertprozentigen WPP-Tochter - angesiedelt sind, entsteht laut Unternehmensangaben das weltweit größte Unternehmen für kundenindividuelle Marktforschung. Die Marktposition des neuen Mafo-Riesen kann sich auch in den einzelnen Regionen sehen lassen: In den meisten Ländern sieht sich das Unternehmen als Nummer eins oder zwei der Branche.

TNS-Chef Pedro Ros will Kunden künftig noch besser bedienen
TNS-Chef Pedro Ros will Kunden künftig noch besser bedienen
Was das Branding angeht, hat sich die Traditionsmarke Taylor Nelson Sofres weitgehend durchgesetzt. Die fusionierten Unternehmen werden weltweit unter dem Namen TNS firmieren, in einigen Ländern soll die Firma unter TNS Research International auftreten. Darüber hinaus will TNS seine traditionellen Marken in einigen Märkten beibehalten. Inwieweit im Zuge der Zusammenlegung Stellen wegfallen, ist nicht bekannt. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob es Entlassungen geben wird", erklärt eine Sprecherin bei TNS in London auf Anfrage von HORIZONT.NET. In den kommenden Wochen und Monaten werde sich zeigen, was die Fusion für die Unternehmen in den jeweiligen Ländern bedeute. Da sich das Management von der Fusion Synergieeffekte verspricht, ist ein Stellenabbau allerdings wahrscheinlich.

Bob Meyers, Chairman TNS: Wir sind in der glücklichen Lage, die Zukunft der Marktforschungsbranche zu gestalten.

Die TNS-Führung will die Fusion nutzen, um weltweit weiter Boden gut zu machen. "Wir können die Informationen und Erkenntnisse, die wir unseren Kunden bieten, erheblich verbessern – sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene", zeigt sich Bob Meyers, ehemaliger CEO von Research International und neuer Chairman von TNS, zuversichtlich. TNS sei nun in der glücklichen Lage, "die Zukunft der Marktforschungsbranche zu gestalten", so Meyers weiter. Auch Pedro Ros, der TNS als CEO erhalten bleibt, erhofft sich von dem Zusammenschluss positive Impulse. Durch das gemeinsame Bündeln der Stärken und Ressourcen mit Research International sei das Unternehmen noch besser in der Lage, "sich den Herausforderungen rund um die Bedürfnisse unserer Kunden zu stellen und entsprechende Innovationen zu entwickeln", so Ros. mas
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