Von wegen knackiger Hintern: Reebok muss 25 Millionen Dollar Strafe zahlen

Freitag, 30. September 2011
Crossfit: keine knackigen Frauenhintern, aber straffe Muskeln
Crossfit: keine knackigen Frauenhintern, aber straffe Muskeln


Fit und knackig aussehen ohne sich besonders anstrengen zu müssen: Auf diesem Traum basierte das Produktversprechen der EasyTone-Schuhe von Rebok. Nun hat sich die Adidas-Tochter in einem Vergleich mit der US-Handelsaufsicht FTC dazu bereit erklärt, 25 Millionen Dollar Strafe zu zahlen: Bußgeld für die „irreführende Werbung“ des Sportartikelherstellers. „Bessere Beine und ein besserer Hintern mit jedem Schritt“: Das war die eindeutige Message der Kampagne für den EasyTone. Auch in Deutschland sorgte der von DDB kreiierte Auftritt beim Launch im März vergangenen Jahres mit Bildern von knackigen weiblichen Hinterteilen und großspurigen Produktversprechen (11 Prozent straffere Waden, 28 Prozent strafferer Po als bei anderen Freizeitschuhen) für einiges Aufsehen – bei der weiblichen Zielgruppe genauso wie Männern. Alles Lug und Trug – so die Meinung der US-Behörde und knöpfte sich Reebok vor. „Die FTC will, dass die großen Werber verstehen: Sie müssen eine gewisse Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass ihre Behauptungen für Fitnessartikel von gründlichen wissenschaftlichen Ergebnissen gestützt werden“, so FTC-Verbraucherschützer David Vadeck gegenüber dem „Handelsblatt“.

EasyTone hatte eine regelrechte „Toning“-Welle hervorgerufen, andere Anbieter wie Sketchers oder New Balance brachten eigene Toning-Schuhe auf den Markt und sorgten gemeinsam für einen Umsatz von  1,1 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr in den USA in diesem Segment.

Peinlich ist die Strafe nicht nur für die Reebok-Mutter Adidas. Auch die betreuende Agentur DDB sieht sich mit unangenehmen Fragen konfrontiert. Für DDB war der „Reebok-Case“ nämlich ein besonders gelungenes Beispiel für den Versuch, die Agentur als „kreativen Unternehmensberater“ zu positionieren: Dass die Beratungsleistung zu Scharmützeln mit dem FTC führt, war definitiv nicht vorgesehen. 

Was nun? Reebok beteuert auf seiner Website, dass das Unternehmen „voll“ hinter seiner Toning-Technologie steht. Doch defacto setzen Reebok längst auf einen anderen Trend: dem Crossfit-Training. Hierbei steht kein vermeintlich müheloses Straffungsprogramm im Vordergrund, sondern die eher kernige Variante des Fitness-Trainings: Klettern, Säcke schleppen und Liegestütz, bis die Oberarme müde werden. Eine entsprechende Kooperation mit den Crossfit-Erfindern wurde Anfang September bekannt gegeben. vs
Meist gelesen
stats