Voll daneben: Anzeigenkampagne von Ford in Indien löst Entsetzen aus

Montag, 25. März 2013
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Manche Anzeigenmotive sind so daneben, dass sie besser nie in die Öffentlichkeit gelangt wären. Das gilt aktuell etwa für eine geplante Kampagne von Ford in Indien. Zwei Illustrationen zeigen unter anderem geknebelte und gefesselte Frauen im Kofferraum eines Ford Figo, auf dessen Fahrersitz einmal der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi sitzt und einmal Paris Hilton.
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Die Aufregung um die Motive ist in Blogs und Foren groß. In Indien sind in den vergangenen Wochen mehrfach Frauen brutal vergewaltigt worden. Und so langsam schwappt die Protestwelle gegen die Motive auch nach Europa, was kaum verwundert. Als eine der ersten Nachrichtenseiten hat "Spiegel Online" über den Vorfall berichtet. Das Entsetzen über die Kampagne wird auch kaum von einem dritten Motiv abgeschwächt, das Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher vor drei gefesselten Kollegen zeigt.

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Ford hat mittlerweile auf Anfrage des Blogs "Indiancarsbikes.in" sein Bedauern erklärt. Die Reklame entspreche selbstverständlich keinem professionellen Handeln von Ford. Sie hätte nie passieren dürfen und man werde alles unternehmen, dass dies nie wieder passieren wird. Für die Kreation ist die indische Tochter von JWT zuständig. Das Netzwerk hat sich mittlerweile ebenfalls entschuldigt. Unter anderem heißt es bei JWT India: "Wir bedauern zutiefst die Veröffentlichung der geschmacklosen Plakate, die im Widerspruch zu den Anforderungen an Professionalität und Anstand im WPP Group stehen. Die Motive waren nie zur Veröffentlichung bestimmt oder um im Internet hochgeladen zu werden."

Ob das ausreicht, um die Gemüter zu beruhigen, bleibt abzuwarten. Das indische Parlament hat erst vor kurzem die Strafen für sexuelle Gewalttaten drastisch verschärft. mir

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