Volkswagen will sich im Motorsport neu aufstellen

Freitag, 08. Oktober 2010
Porsche-Chef Matthias Müller stört sich am Markenduell
Porsche-Chef Matthias Müller stört sich am Markenduell
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Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen sucht nach der richtigen Strategie im Motorsport und überlegt derzeit, welche seiner Marken in welcher Rennserie am besten aufgehoben sind. Einem Bericht der „FTD" zufolge gibt es ernst zunehmende Pläne für eine Rückkehr in die Formel 1 - entweder mit Porsche oder Audi. Die Marke Volkswagen prüft einen Start in der US-Rennserie Nascar, wie die Zeitung aus Unternehmenskreisen erfahren haben will. Grund für die Neu-Ausrichtung ist unter anderem die Integration von Porsche. Dessen neuer Chef Matthias Müller stört sich daran, dass beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans gleich zwei Marken aus dem Volkswagen-Konzern gegeneinander antreten: eben Porsche und Audi. Um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen, müsse man darüber diskutieren, „ob es nicht sinnvoller ist, wenn eine der beiden Marken in Le Mans startet und die andere in der Formel 1", sagte er am Rande des Pariser Automobilsalons.

Bei Porsche ist man sich offenbar selbst uneins, was die bessere Alternative wäre. Verständlich: Auf der einen Seite passt das legendäre 24-Stunden-Rennen zu einer sportlichen Marke wie Porsche, auf der anderen Seite lockt die Formel 1 mit Glamour und einer weltweiten Markenplattform. Sollte Volkswagen tatsächlich eine der beiden Marken in die Formel 1 schicken, wäre das eine Sensation. Marken wie BMW, Toyota und Honda hatten sich in der jüngeren Vergangenheit aus der Rennserie verabschiedet. Und auch Mercedes ist mit seinem Team um Pilot Michael Schumacher derzeit alles andere als zufrieden.

VW hingegen zieht es offenbar auf eine lokalere Motorsportbühne. Die Marke würde mit einem Engagement in der Nascar-Serie gezielt die Präsenz auf dem US-Markt stärken wollen - so wie es Wettbewerber Toyota bereits gelungen ist. Ob ein Deal zustande kommt, dürfte zu einem großen Teil von finanziellen Überlegungen abhängen. Ein Engagement ist zwar deutlich günstiger als in der Formel 1, entspräche nach „FTD"-Einschätzung aber noch immer der Höhe des kompletten VW-Marketingbudgets für die USA. mh
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