Vodafone kontert iPhone-Offensive von T-Mobile

Montag, 19. November 2007
Das Qbowl
Das Qbowl
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Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter Vodafone tut sich im Kampf gegen seinen Wettbewerber T-Mobile mit dem koreanischen Technologiekonzern Samsung zusammen. Um dem in Deutschland ausschließlich bei T-Mobile erhältlichen Apple-iPhone etwas entgegenzusetzen, bietet Vodafone nun mit dem Qbowl von Samsung ebenfalls ein fortschrittliches Multimediaegerät mit Touchscreen exklusiv in seinen Läden an. Der Wettkampf der beiden führenden deutschen Netzbetreiber wird auch auf werblicher Ebene geführt. Nachdem T-Mobile bereits Anfang November seine Launch-Kampagne für das iPhone gestartet hat (Kreation: TBWA/ Media Arts Lab, Los Angeles), trommelt nun auch Vodafone im TV und in Print für das Multimediagerät Qbowl.

Der von JWT entwickelte Spot erinnert sogar ein wenig an das Commercial des Wettbewerbers: So wird das Qbowl genau wie das iPhone vor schwarzem Hintergrund in Nahaufnahme und aus verschiedenen Perspektiven präsentiert. Anders als beim iPhone stellt der Vodafone-Spot aber vor allem die ausfahrbare Tastatur sowie den Web-Browser in den Vordergrund, mit dem Nutzer im "echten" - will heißen im freien - Internet surfen können. Beim iPhone werden auch weitere Funktionen wie Musik und E-Mail sowie die Benutzerführung thematisiert.  

"Mit dem Qbowl und den neuen Flatrates für Sprache und Datennutzung starten wir eine neue Etappe in Sachen Multimedia auf dem Handy", erklärt Friedrich Joussen, Deutschlandchef von Vodafone. Was die Absatzziele angeht, bleibt Vodafone gewohnt vage. Joussen lässt lediglich wissen, dass er vom "Erfolg des Qbowl im kommenden Weihnachtsgeschäft überzeugt" ist.

T-Mobile ist da etwas auskunftsfreudiger. So hat das Unternehmen bereits am Nachmittag des ersten Verkaufstages 10.000 iPhones verkauft. "Wir sind begeistert und freuen uns über das riesige Interesse unserer Kunden", schwärmt Philipp Humm, Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland.

Dass T-Mobile und Vodafone in ihrer Werbung Geräteherstellern und damit Fremdmarken so viel Platz einräumen, kommt einer Zäsur gleich. Die beiden größten deutschen Anbieter hatten in den vergangenen Jahren mit Nachdruck daran gearbeitet, ein Premium-Image aufzubauen und im Zuge dessen in der Werbung allein die eigene Marke gepusht. Die Bestrebungen von Vodafone gingen sogar soweit, dass die Logos der Gerätehersteller vereinzelt auf die Rückseite der Handys verbannt wurden.

Die aktuelle strategische Kehrtwende hat allerdings  gute Gründe, denn exklusive Kooperationen mit Herstellern wie Apple und Samsung sind für Premium-Netzbetreiber zurzeit wichtiger denn je. Der Grund ist das starke Wachstum von Mobilfunk-Discountern wie Simyo, Klarmobil oder Callmobile, die den etablierten Netzbetreibern immer mehr zu schaffen machen und das Wachstum der Big Player hemmen. Hinzu kommen noch die zahlreichen etablierten Handels- und Medienmarken wie Tchibo, Aldi oder Viva, die den Mobilfunkern mit eigenen Handytarifen ebenfalls Kunden abjagen. So haben allein die Eigen- und Kooperationsmarken von E-Plus inzwischen 6,7 Millionen Kunden gewonnen. Der exklusive Vertrieb von hochwertigen Premium-Endgeräten gilt daher als große Chance für die klassischen Netzbetreiber, wieder Wachstum zu generieren und ihren Premium-Anspruch zu untermauern.

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