Vodafone-Marketer Gründgens: "Wir wussten, wir werden auch polarisieren"

Mittwoch, 15. Juli 2009
Will sich mit konstruktiven Argumenten auseinandersetzen: Vodafone-Marketer Gregor Gründgens
Will sich mit konstruktiven Argumenten auseinandersetzen: Vodafone-Marketer Gregor Gründgens

Vergangene Woche wurde der lange erwartete neue Markenauftritt von Vodafone mit dem Claim „Es ist Deine Zeit" exklusiv in HORIZONT und per Spot-Premiere auf HORIZONT.NET vorgestellt. Die Folge war eine wahre Flut meist negativer Kommentare und eine Debatte bislang unbekannten Ausmaßes, die sogar von der Tagespresse aufgegriffen wurde. Marketingchef Gregor Gründgens nimmt gegenüber HORIZONT.NET nun erstmals öffentlich Stellung zur Kritik. Unsere Fragen wurden schriftlich beantwortet.  Herr Gründgens, die zahlreichen Kommentare auf HORIZONT.NET sowie viele Beiträge in Blogs und anderen Medien lassen den Schluss zu, dass die neue Vodafone-Kampagne bei der deutschen Werbe- und Web-2.0-Gemeinde nicht sonderlich gut ankommt. Haben Sie mit solchen Reaktionen gerechnet?

Gründgens: Es gab positives und negatives Feedback. Uns war klar, dass wir uns im Web 2.0 mit einem sehr kritischen Publikum auseinandersetzen, das kein Blatt vor den Mund nimmt. Und wir wussten, wir werden auch polarisieren. Wir werden auch kritisch hinterfragt und wir nehmen das auch ernst.

Können Sie die Schelte in Ansätzen nachvollziehen?

Gründgens: Es gab konstruktives und weniger konstruktives Feedback. Mit den konstruktiven Argumenten und Vorschlägen setzen wir uns auseinander. Wir sind angetreten, um auch mit und für die Web 2.0 Welt etwas zu tun.

Mit der Verpflichtung von bekannten Bloggern wie Sascha Lobo und Ute Hammelmann als Testimonials haben Sie sich auch bei der Web-2.0-Gemeinde offenbar eher Feinde als Freunde gemacht. Hat Vodafone die Blogger und Web 2.0-Macher, die ja eigentlich Wortführer der neuen Vodafone-Zielgruppe Generation Upload sind, falsch eingeschätzt?

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Der neue Markenauftritt von Vodafone wurde mit Spannung erwartet. Jetzt ist er da, und löst bei den Lesern von HORIZONT.NET und dem HORIZONT-Blog Off-the-record.de alles andere als Begeisterungsstürme aus. Ist die Kritik an dem Erstlingswerk von Scholz & Friends berechtigt? Urteilen Sie selbst!

Gründgens: Sascha Lobo und Ute Hammelmann sind keine Testimonials. Sie sind Menschen aus dem Leben, die Vorreiter eines Trends sind. Mit dem, was sie tun, stehen sie beispielhaft für die Generation Upload und sind darin bekannt geworden.

Hätten Sie sich nicht denken können, dass Blogger, die ja nicht unbedingt als Freunde von Kommerz und Werbung bekannt sind, laut aufschreien, wenn sich einer ihrer bekanntesten Vertreter von einem Unternehmen für dessen Werbung vereinnahmen lässt?

Gründgens: Sascha Lobo macht keine Werbung für Vodafone. Er steht für eine Einstellung, für Menschen, die die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation nutzen, um ihr Leben aktiv und kreativ zu gestalten. Wir wollen echte Typen, echte Werbung mit authentischen Menschen.

Glauben sie trotz aller Kritik weiterhin, dass Sie mit der neuen Zielgruppe, dem Claim und der Kampagne auf dem richtigen Weg sind, oder wird es Anpassungen geben?

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Was führende Markenberater und Agenturmanager zur neuen Vodafone-Kampagne sagen, lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe von dieser Woche (29/2009).

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Gründgens: Wir glauben daran, dass die digitale Kommunikation unser Leben extrem verändert. Und wir halten die Zielgruppe, den Claim und auch die Kampagne für richtig. Werbung soll Aufmerksamkeit erzeugen und das ist zweifelsohne gelungen. Aber wir haben auch den Ehrgeiz, konstruktive Kritik in unsere Produkt- und Serviceentwicklung einfließen zu lassen und für die Generation Upload eine bevorzugte Plattform zu bieten. Die Fragen stellte Marco Saal
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