Vivendi und RTL-Group unterstützen Sanierungsplan für ISL

Mittwoch, 11. April 2001

Der französische Mischkonzern Vivendi, die Bertelsmann-Tochter RTL-Group und die Darmon-Gruppe wollen angeblich 70 Millionen Franken in den schwer kriselnden Schweizer Sportvermarkter ISL investieren. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" lässt sich allerdings nicht von einem Kauf der Tochter der ISMM-Holding sprechen: Die Dassler-Familie, die 90 Prozent an ISL hält, soll ihre Anteile ohne Gegenleistung an die von Vivendi geführte Investorengruppe abtreten. Der Minderheitengesellschafter Dentsu (10 Prozent) soll als Kaufpreis einen symbolischen Franken erhalten.

Die Übernahme der ISL-Verpflichtungen durch einen strategischen Partner gehört zu einem Sanierungsplan, der derzeit vor dem Kantonsgericht Zug auf seine Machbarkeit untersucht wird. Laut "FTD" hat die Investorengruppe eine vierseitige Absichtserklärung verfasst, mit der die volle Unterstützung des Plans garantiert wird. Der sieht zudem vor, dass ein Bankenkonsortium um UBS Warburg die vor Monaten gekündigte Kreditlinie von 220 Millionen Franken wieder in Kraft setzt.

Außer dem richterlichen Placet steht einem Einstieg von Vivendi/Bertelsmann bei ISMM/ISL auch noch die Zustimmung des Fußballweltverbandes Fifa bevor. Die ISL besitzt die nichteuropäischen Fernsehrechte und die Sponsoringrechte weltweit an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006. Übernommen hat sich der größte Sportvermarkter der Welt an anderer Stelle: Kurz aufeinanderfolgende Investitionen von ISMM/ISL unter anderem ins Internet, in den brasilianischen Klubfußball und die Tennis-ATP-Tour brachten den Konzern ins Wanken.
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