Verona Pooth im Interview: "Seit ich für Kik werbe, ist der Umsatz um 40 Prozent angestiegen"

Freitag, 26. Februar 2010
Verona Pooth schwingt wieder den Kochlöffel für Iglo
Verona Pooth schwingt wieder den Kochlöffel für Iglo

Verona Pooth arbeitet an ihrem Comeback als Werbeikone. Die prominente Entertainerin, die vor Jahren schon als Gesicht von Marken wie Iglo Rahmspinat („Wann macht er denn endlich Blubb?"), Telegate ("Da werden Sie geholfen"), Schauma und Schwartau auf dem TV-Bildschirm beinahe omnipräsent war, will nach den jüngsten Deals mit Kik und Iglo weitere Werbeverträge an Land ziehen. Im Interview mit HORIZONT.NET spricht Pooth über ihre Ziele, mögliche Werbepartner und ihr Selbstverständnis als Testimonial.

Frau Pooth, schon vor 10 Jahren haben Sie Werbung für den "Spinat mit dem Blubb" gemacht. Jetzt feiern Sie Ihr Comeback als Iglo-Gesicht. Ist es nicht schwierig, nach so langer Pause einen neuen Dreh für eine Kampagne zu finden?

Verona Pooth als Kik-Testimonial
Verona Pooth als Kik-Testimonial
Verona Pooth: Nein, überhaupt nicht. Ich finde die Printkampagne und die 5 Radiospots sehr gelungen und bin mir ganz sicher, dass uns noch die eine oder andere gute Idee einfallen wird. Der Kontakt zu Iglo ist ja auch nie ganz abgerissen. Iglo war für mich auch in den vergangenen Jahren viel mehr als nur ein ehemaliger Auftraggeber, weil ich in meiner damaligen Rolle erst richtig bekannt und auch als Werbepartner für andere Unternehmen interessant geworden bin. Daher bin ich Iglo sehr verbunden und habe mich immer als Teil der Iglofamilie gefühlt.

Bringen Sie auch eigene Ideen ein, wenn es um die Entwicklung einer Kampagne geht?

Verona Pooth:
Ja natürlich, es soll ja Leute geben, die sich vor die Kamera stellen und dann stur ablesen, was ihnen jemand vorher aufgeschrieben hat. Ich finde, das kann nicht funktionieren. Die Agenturen sind natürlich schon sehr professionell und entwickeln gute Konzepte, aber ich bin jemand, der sich auch selbst einbringen will. Ich würde schätzen, dass ich zu allen Werbekampagnen, an denen ich mitgewirkt habe, zwischen 60 und 70 Prozent der Ideen beigesteuert habe. Das waren über 60 TV-Spots.

Wie kam die erneute Zusammenarbeit mit Iglo zustande?

Verona Pooth: Wie immer über meinen Manager Alain Midzic von LARA Enterprises, mit dem ich schon seit 20 Jahren zusammenarbeite. Ich wusste schon länger, dass er Gespräche führt, aber nicht mit wem. Er informiert mich immer erst, wenn es konkret wird. Und vor einigen Wochen hat er mich dann mit der guten Nachricht überrascht, dass Iglo mich gerne wieder als Markenbotschafterin für die neue Kampagne möchte. Ich habe mich riesig gefreut.

Iglo will diesmal auf TV-Spots verzichten. Stört Sie das?

Verona Pooth: Nein, ich bin ja kein Anfänger mehr, der jetzt unbedingt über TV-Werbung bekannt werden muss. Mir macht alles gleich viel Spaß, ganz egal, ob es sich nun um Print, TV oder Radio handelt. Außerdem ist das nicht neu für mich. Für JVC habe ich damals auch 2 Jahre ausschließlich Printwerbung gemacht. Das war eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit , hat mir viel Spaß gemacht.

Ihre persönliche Lebenssituation hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Sie sind inzwischen Mutter, haben Familie und mussten 2009 im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Ihren Mann auch einige Negativ-Schlagzeilen über sich ergehen lassen. Wie hat sich all das auf Ihre Karriere als Testimonial ausgewirkt?

Verona Pooth: Ich kann mich nicht über mangelndes Interesse beklagen, ganz im Gegenteil: Die Anfragen nehmen sogar zu. Aus einer Analyse eines Marktforschungsunternehmens weiß ich auch, dass ich in puncto Glaubwürdigkeit und Sympathie derzeit sehr gut abschneide, bei Frauen sogar noch besser als bei Männern, was mich sehr freut. Früher war ich eher verspielt, frech und single. Heute werde ich als erfolgreiche Geschäftsfrau wahrgenommen, die Beruf und Familie unter einen Hut bringt, die  bodenständig  ist und auch in Krisensituationen zu ihrem Mann und Familie steht. Das hat meinem Image nicht geschadet,  das hat nur gezeigt, dass ich auch in schweren Zeiten zu den Menschen halte, die an mich glauben.

Weiterlesen: Verona Pooth zu neuen Werbedeals und Kik-Klamotten



Iglo-Packung mit Verona Pooth
Iglo-Packung mit Verona Pooth
Für welches Unternehmen werden Sie denn als nächstes werben?


Verona Pooth: Das kann ich noch nicht verraten. Mir liegt derzeit ein interessantes Angebot eines großen Konzerns vor, mit dem auch konkrete Gespräche geführt werden. Außerdem gibt es mehrere Anfragen aus dem Beauty-Bereich. Aber da ist noch nichts spruchreif.

Was würde Sie denn noch besonders reizen?

Verona Pooth: Mein Traum wäre es, noch mal Werbung für Haarpflegeprodukte zu machen. Ich könnte mir einen tollen TV-Spot für Colorierung, Shampoo oder Haarstylingprodukte vorstellen, das ist einfach meine Welt. Schauen Sie doch einfach ins Internet, es gibt über tausend Fotos von mir mit den unterschiedlichsten Frisuren, und mir würden im Handumdrehen sicher 1000 kreative Ideen dazu einfallen.

Da Sie nun gerade zu Ihren werblichen Wurzeln zurückkehren, würde sich doch Schwarzkopf förmlich aufdrängen. Für die Marke waren Sie ja auch schon als Testimonial im Einsatz.

Verona Pooth: Das stimmt. Leider begrenzen die meisten großen Unternehmen die Testimonial-Verträge grundsätzlich auf 4 Jahre, um die Marke nicht zu sehr an eine Person zu binden. Aber ich liebe das Thema Haare, ich wäre sogar bereit, nur für einen neuen Werbevertrag mir komplett eine Kurzhaarfrisur zuzulegen.

Muss ein Produkt, für das Sie werben, zwangsläufig Ihr Ding sein?

Verona Pooth: Nein, ich sehe das eher als Herausforderung, schon immer. Als ich zum Beispiel damals das Angebot von Schwartau bekam, war das für mich auf den ersten Blick auch nicht besonders naheliegend. Aber als ich mich dann etwas intensiver mit der Marmelade auseinandergesetzt hatte, wurde mir relativ schnell klar, dass gesunde Marmelade auch in meinem Leben eine wichtige Rolle spielt. Und so entstand eine große und erfolgreiche Leidenschaft zwischen der Marmelade und mir.

Sie werben seit einigen Monaten auch für den Textil-Discounter Kik. Dass Diskont-Klamotten in Ihrem Leben eine große Rolle spielen, dürften Ihnen die wenigsten Verbraucher abnehmen.

Verona Pooth: Diesen Eindruck will ich auch gar nicht vermitteln. Ich behaupte ja nicht, dass ich nur noch Diskont-Klamotten trage. Meine eigentliche Botschaft steckt ja im Claim der Kampagne: „Kik - besser, als wie man denkt". Und in der Rolle der Testperson, die sich von der Qualität, den Preisen und dem Service von Kik überzeugen lässt, bin ich offensichtlich ziemlich glaubwürdig. Seit ich für Kik Werbung mache, ist der Umsatz um 40 Prozent angestiegen.

Tragen Sie denn selbst Kik-Klamotten?

Verona Pooth: Na sicher, sogar eine ganze Menge. Ich laufe ja auch nicht jeden Tag im Abendkleid über einen roten Teppich, sondern führe ein ganz normales, bodenständiges Leben, mache Fahrradtouren am Rhein und trage sogar bisweilen flache Schuhe. Und im März diesen Jahres kommt sogar meine eigene Kik-Kollektion in die Läden.

Und was wird als nächstes in den TV-Werbeblöcken von Ihnen zu sehen sein?

Verona Pooth: Vielleicht ein lustiger TV-Spot mit meinem 6-jährigen Sohn „Diegolito" und seiner kleinen, dicken französischen Bulldogge Rosi. Im übrigen liebt auch Rosi die Spinatpfannkuchen von Iglo. Interview: Marco Saal
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