Vergleichende Werbung: O2 greift Telekom und Vodafone an

Montag, 07. Mai 2012
O2 lockt Telekom-Kunden mit günstigen Preisen
O2 lockt Telekom-Kunden mit günstigen Preisen

O2 sucht sein Heil in der direkten Konfrontation mit der Konkurrenz. In ihrer neuen Werbekampagne vergleicht sich die Münchner Telekommunikationsmarke mit den großen Wettbewerbern Telekom und Vodafone - und zielt dabei auf deren Achillesferse: den Preis.
Seine Botschaft bringt O2 mit einer Art Ratespiel unters Volk. "Was ist blau und günstiger als die Telekom?", fragt das Tochterunternehmen des spanischen Telefónica-Konzerns in Radiospots und auf Anzeigenmotiven, die Zenithmedia, Düsseldorf, derzeit in auflagenstarken Printtiteln wie "BamS", "WamS", "FAS" und "Süddeutsche Zeitung" schaltet. Ein identisches Werbemotiv gibt es zu Vodafone.

  Die Antwort auf die brisante Frage liefert O2 freilich gleich mit: So erfahren Zeitungsleser, dass O2-Kunden bis zu 200 Euro jährlich günstiger wegkommen als Handynutzer mit einem vergleichbaren Vodafone-Vertrag. Die Telekom soll - laut O2-Anzeige - im Jahr 120 Euro mehr verlangen.

Auch Vodafone wird von O2 als teuer bezeichnet
Auch Vodafone wird von O2 als teuer bezeichnet
Optisch unterstützt wird der implizierte Aufruf zum Anbieterwechsel von dem O2-Waschbären. Das Anfang des Jahres gemeinsam mit dem neuen Markenbotschafter Neptun eingeführte O2-Wappentier ist auf beiden Anzeigenmotiven zu sehen - und eliminiert die rot und magenta eingefärbte rechte untere Ecke des Anzeigenmotivs mit einer O2-blauen Sprühdose.

Bei seiner Behauptung stützt sich O2 auf eine Untersuchung des Preisvergleichsportals Check24.de, das im April die Viel-Telefonierer-Tarife von Telekom, Vodafone und O2 unter die Lupe genommen hat. Zusätzlich verweist O2 auf den von Stammbetreuer VCCP entwickelten Anzeigen auf eine Untersuchung von "Focus Money", bei dem O2 das Kundenurteil "Sehr gut" erhielt.

Vergleichende Werbung ist in Deutschland seit dem Jahr 2000 unter bestimmten Vorgaben erlaubt. So müssen die getroffenen Aussagen objektiv nachprüfbar sein und der Wahrheit entsprechen. Außerdem darf die Werbung nicht irreführend sein und die Wettbewerber nicht verunglimpfen. O2 rechnet nicht damit, dass die Telekom oder Vodafone gegen die Kampagne vorgehen. "Wir gehen davon aus, dass wir mit der Kampagne die gesetzlichen Vorgaben einhalten", erklärt ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET. mas
Meist gelesen
stats