Verbraucherverband verklagt Zigarettenhersteller JT International

Donnerstag, 25. Juli 2002

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat den Zigarettenhersteller JT International wegen jugendbezogener Zigarettenwerbung verklagt. Auslöser ist die Darstellung jugendlich erscheinender Personen auf Plakatwerbungen der Marke Camel. Aus Sicht des VZBV ist die Werbung ein Verstoß gegen das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) und unvereinbar mit der Selbstverpflichtung der Zigarettenindustrie zur Unterlassung jugendbezogener Werbung.

"Wir erwarten, dass die beanstandete Werbung im Interesse des Jugendschutzes gerichtlich untersagt wird", sagt Edda Müller, Vorstand des VZBV. Es dürfe nicht sein, dass Jugendliche zum Rauchen verleitet würden und der Werbung schutzlos ausgeliefert seien. Zudem suggeriere der Slogan "slow down - pleasure up" ein gesteigertes Wohlbefinden durch Tabakkonsum.

Laut Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz ist Tabakwerbung verboten, die besonders dazu geeignet ist, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu verleiten. Konkretisiert wird dieses Verbot durch die freiwillige Richtlinie der Zigarettenindustrie "für die Werbung auf dem deutschen Zigarettenmarkt" aus dem Jahr 1966. Im Rahmen dieser Selbstverpflichtung hat sich die Zigarettenindustrie verpflichtet, in der Zigarettenwerbung nicht mit Personen zu werben, die jünger als 30 Jahre sind oder von Jugendlichen (Altersgruppe von 14 bis 21 Jahre) für jünger als 30 Jahre gehalten werden.
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