Verbraucherschützer nehmen Werbung für Kinder ins Visier

Mittwoch, 22. Oktober 2003

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) mischt sich einmal mehr in das Marketing von Unternehmen und ins Konsumverhalten der Familien ein: Der VZBV will mit Hilfe einer Informationskampagne Kinder und Jugendliche besser vor angeblich irreführender und fragwürdiger Werbung schützen. Die Aktion unter dem Motto "Schaust du nur oder kaufst du schon?" umfasst Informationsbroschüren, Postkarten und einen Internet-Auftritt. Damit will der VZBV Eltern und Erzieher auffordern, ihm Beispiele für besonders problematische und für besonders altersgerechte Werbung mitzuteilen.

Zudem will der VZBV gegen "rechtlich unzulässige und inhaltlich problematische" Werbung für Kinder und Jugendliche juristisch vorgehen. In einem ersten Musterverfahren verklagt der Verband den Nahrungsmittelkonzern Kellogg wegen der Werbeaktion "Frosties für Schulsport", die indirekt von den Kultusministern unterstützt wird. Damit drohe kommerzielle Werbung "mit dem Stempel der Schule Einzug in die Klassenräume zu halten". Generell werde "die Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit von Kindern und Jugendlichen von der werbenden Wirtschaft immer subtiler ausgenutzt", meint VZBV-Vorstand Edda Müller. Dabei stünden häufig Produkte im Mittelpunkt, "die zu Fehlernährung und Übergewicht beitragen oder Schulden verursachen können". rp
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