Verbraucherschützer erstatten Anzeige gegen Ergo

Freitag, 05. August 2011
Ergo kommt nicht zur Ruhe
Ergo kommt nicht zur Ruhe

Erst die Pressekonferenz mit der Ankündigung weiterer Maßnahmen, dann der neue Spot zum Kundenanwalt und jetzt die Anzeige der Verbraucherschützer - der Düsseldorfer Versicherungsriese Ergo geht in dieser Woche durch ein Wechselbad der Gefühle.  Erneut muss sich die Munich-Re-Tochter mit falschen Abrechnungen bei der betrieblichen Altersvorsorge beschäftigen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat gestern Strafanzeige gegen Ergo gestellt. Damit bestätigt die Berliner Organisation einen Bericht des "Handelsblatts" in seiner heutigen Ausgabe. Die Anzeige trägt den sperrigen Titel "Verdacht des Betrugs durch Ergo-Versicherungsvermittler sowie des Betrugs durch die Mitarbeiter des Ergo-Konzerns". Eingegangen ist diese bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

Nach Recherchen des "Handelsblatts" sollen Vertreter bewusst zu teure Policen verkauft haben. Statt Kollektivveträgen sollen diese ihren Kunden Individualverträge zu schlechteren Konditionen angeboten haben. Während Ergo die Vorwürfe derzeit mit hohem Aufwand prüft und am Mittwoch klarstellte, dass 99 Prozent der Verträge korrekt seien, rechnet Gerd Billen mit Schlimmerem. "Wir befürchten, dass wir bisher nur die Spitze des Eisbergs sehen", sagt der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands. mir
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