Vebraucher akzeptieren Billig-Airlines

Freitag, 31. Mai 2002

Low-Cost-Carrier wie Ryanair und Easyjet sind bei den privat Reisenden auf dem Vormarsch: Laut einer Befragung des Aachener Marktforschungsinstituts Dialego unter 500 "Trendsettern" wollen viele Verbraucher künftig mehr fliegen. Die Befragten sind jedoch zu 68 Prozent Privatreisende - die wichtige Gruppe der Geschäftsreisenden bleibt damit in der Befragung außen vor.

Laut Dialego rechnen 73 Prozent der Befragten damit ,dass durch den Markteintritt der Billigflieger positive Veränderungen auf den gesamten Flugmarkt ausgehen, nur 19 Prozent befürchten negative Einflüsse. Als positiven Einfluss benennen 96 Prozent der Trendsetter deutlich günstigere Angebote, gefolgt von einer größeren Angebotsvielfalt (74 Prozent) und kürzeren Wartezeiten (31 Prozent).

Negative Entwicklungen wie weniger Sicherheit halten immerhin 87 Prozent für wahrscheinlich, schlechteren Service 85 Prozent. Sogar 71 Prozent rechnen mit mehr Unfällen. Zudem gehen 81 Prozent der Befragten davon aus, dass die renommierten Fluggesellschaften durch die billigen Wettbewerber über kurz oder lang zu Preisnachlässen gezwungen werden.

Mit Marktveränderungen auf dem Airline-Markt rechnet auch Mercer Management Consulting in München. Die Berater gehen davon aus, dass sich durch die neue Konkurrenz mittelfristig drei Segmente ausbilden: Demnach werden die internationalen Airlines ihre Allianzen ausbauen und damit den innereuropäischen und interkontinentalen Geschäftsreiseverkehr dominieren. Fluggesellschaften mit starker Regionaler Ausprägung werden ihre Kompetenz nutzen, um sich als Zubringer zu den Drehkreuzen profilieren. Das dritte große Segment werden die Billigfluglinien stellen, die mit einfachem Produkt, Direktverbindungen und niedrigen Kosten neue Zielgruppen erschließen können.

Einen langfristigen Preiskampf der etablierten Airlines gegen die jungen Billigflieger schließt Mercer aus. "Diese Option wird, selbst wenn sie kurzfristig erfolgreich ist, mittelfristig auf vielen Strecken zu hohen Verlusten und zu Wertvernichtung führen", so das Ergebnis der Studie.
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