Vattenfall-Werbung bringt Verbraucherschützer in Rage

Donnerstag, 08. November 2012
Die Motive für Vattenfall als Netzbetreiber sind von Butter
Die Motive für Vattenfall als Netzbetreiber sind von Butter

Die Verbraucherzentrale Hamburg mahnt den Stromriesen Vattenfall ab. Grund sind Anzeigen und Plakate des schwedischen Konzerns. Vattenfall hält das Vorgehen der Verbraucherschützer für "politisch motiviert". Nach Meinung der Verbraucherzentrale wirbt das Energieunternehmen, ohne klar zwischen Netzbetrieb und Stromangebot zu trennen. Gelder seien aus dem Monopolgeschäft des Netzbetriebs in eine Werbekampagne der Vertriebsgesellschaft gewandert, die mit anderen Stromanbietern in Konkurrenz steht. Das sei laut Energiewirtschaftsgesetz und nach den Richtlinien der Bundesnetzagentur wettbewerbswidrig.

Was die Verbraucherzentrale darüber hinaus empört: Die Werbekampagne sei ausgerechnet dann zu sehen gewesen, als Vattenfall am 15. Oktober seine Preise für die Netznutzung erhöht hat. Vattenfall soll bis Donnerstag kommender Woche eine Unterlassungserklärung unterschreiben.

Die Anzeigen des Vertriebs stammen von DDB aus Berlin
Die Anzeigen des Vertriebs stammen von DDB aus Berlin
Das Energieunternehmen prüft nach eigenen Angaben die Vorwürfe rechtlich. Der Netzbetreiber Vattenfall Stromnetz Hamburg wollte mit der Kampagne die Bürger darüber informieren, dass das Unternehmen das Stromnetz zu einem intelligenten Netz entwickeln will. Auf den Plakaten seien Mitarbeiter - zum Teil im "Blaumann" - zu sehen. Zusammen mit den Motiven ordne der Slogan: "Für die Energiewende braucht es Innovationen, Versorgungssicherheit - und mich!" die Kampagne dem Netzbetrieb zu. Als Absender ist vattenfall.de/kundenversprechen zu sehen. Demgegenüber steht unter den Motiven des Vattenfall-Vertriebs vattenfall.de/strom-check, womit die Kunden zu den Angeboten des Stromanbieters gelockt werden sollen.

Im Übrigen, so Vattenfall, sei der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale, Günter Hörmann, zugleich Vertrauensperson der Initiative "Unser Hamburg unser Netz". Die Initiative will die Energienetze wieder unter staatliche Kontrolle bringen - auch, weil sie daran zweifelt, dass Konzerne den Umbau der Netze für erneuerbare Energien tatsächlich vorantreiben. fo
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