VW-Übernahme: Wiedeking beruhigt Wolfsburger Belegschaft

Donnerstag, 15. November 2007
Glättet die Wogen: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking
Glättet die Wogen: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Übernahme von Volkswagen durch Porsche wendet sich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking derzeit in 17 deutschen Tageszeitungen an die VW-Mitarbeiter.

Mit dieser Kommunikationsmaßnahme antwortet der Stuttgarter Autobauer auf die Unruhe innerhalb der VW-Belegschaften. Zusammen mit seinem Stellvertreter im Vorstand will Wiedeking offenbar Spekulationen in der Wirtschaftspresse und Ängsten bei den VW-Mitarbeitern entgegentreten, die von Stellenabbau und bis zu Werksschließungen reichen.

Der offene Brief an die VW-Mitarbeiter
Der offene Brief an die VW-Mitarbeiter
Der offene Brief erschien als ganzseitige Anzeige in der "Bild"-Bundesausgabe sowie in regional erscheinenden Titeln an den Porsche- und VW- Standorten - darunter "Stuttgarter Zeitung/Nachrichten", "Leipziger Volkszeitung", "Wolfsburger Allgemeine" sowie weitere Tageszeitungen. Das Thema wurde von der  Porsche-Führung offenbar als so zeitkritisch eingeschätzt, dass man es gar nicht erst in die Hände der Hausagentur Klaus E. Küster, Frankfurt, gab, sondern den Brief selbst konzipierte. Neben dem schlichten Porsche-Logo enthält die Anzeige keine weiteren Bildelemente. Man wollte etwas veröffentlichen, "was die Mitarbeiter auch schwarz auf weiß haben", so Porsche-Unternehmenssprecher Albrecht Bamler gegenüber HORIZONT.NET. "Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut bei Porsche", so Bamler.

Auch beim Reizthema Mitbestimmung der VW-Arbeitnehmervertreter versucht das Zuffenhausener Unternehmen nun die Wogen zu glätten. Bisher verfügt Porsche über einen Anteil von etwa 31 Prozent am Stammkapital des Wolfsburger Konzerns. "Wir haben alle Chancen dieser Welt", schließen Wiedeking und Härter mit einer gemeinsamen Vision für Porsche und VW den Brief - allerdings nicht ohne zuvor selbstbewusst zu verkünden, Porsche sei "verdammt stolz" auf das beste Image als Autobauer in Deutschland.

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