VW-Studie: Jugendliche verbringen täglich zwei Stunden im Social Web

Mittwoch, 22. September 2010
Die "Dieter App" soll den Beifahrer ersetzen
Die "Dieter App" soll den Beifahrer ersetzen

Volkswagen führt die Digitalisierung in der Vermarktung fort. Im Juni hatte VW den neuen Polo GTI erstmals ausschließlich über das Internet kommuniziert. Man wollte vor allem die jungen Menschen über das soziale Netzwerk Facebook erreichen. Diese stehen auch im Mittelpunkt einer weltweiten (Europa, USA, Japan, Mexico) Studie zur Mediennutzung der 14- bis 29-Jährigen, die VW und MTV zusammen mit Nielsen durchgeführt haben. „Ziel ist es, die Jugendlichen und ihre Motivation bezüglich Social Media noch besser zu verstehen", sagte Luca de Meo, Marketingleiter im Volkswagenkonzern. Dabei geht es vor allem um potenzielle Kunden. Viele der über 26.000 Befragten haben noch kein Auto.

Die Studie belegt die intensive Mediennutzung der Digital Natives. Sie haben alles - vom Handy über TV bis zum MP3-Player. Und vieles wird jeden Tag genutzt. Der durchschnittliche Jugendliche hat 195 Kontakte, ist in drei Netzwerken registriert und verbringt dort täglich zwei Stunden.

Ein weiterer Aspekt der Studie: Marken sind ein alltägliches Thema in den Social Networks. Da wird empfohlen, man tauscht sich aus und veröffentlicht seine Lieblingsmarken. Jin Choi, Senior Vice President bei MTV Networks Germany, weist darauf hin: „Das ist ein Dialog, auf den man in der zeitgemäßen Markenführung nicht mehr verzichten kann." Die Macher der Studie warnen aber auch: Die jugendlichen Nutzer wünschen sich einen ehrlichen Austausch auf Augenhöhe.

Weiterhin führt die Studie eine Nutzertypologie ein. Die Crewsers etwa sehen soziale Netzwerke als Treffpunkte. Ein Funatic schaut lieber zu, was andere machen. Für Unternehmen sind die Mediacs die wichtigste Zielgruppe. Sie gelten als Trendsetter unter den Nutzern. Weitere Typen sind die Skipits, die Tagtics und die Nobuddies.

Für Volkswagen erfreulich: Die Studie zeigt, dass das Auto kein bisschen an Stellenwert verloren hat. Nun müsse man die Möglichkeiten nutzen und die Produkte verbessern, betonte Luca de Meo. Die Jugendlichen wünschen sich ein personalisiertes Fahrzeug. Dem Wunsch kommt VW künftig nach - mit einem Musikstreamingdienst, der nur die Lieblingslieder des Nutzers spielt - und einem CO 2 Monitor, der anzeigt, wie viel CO 2 gerade ausgestoßen wird. Geplant ist außerdem eine App, die den Beifahrer ersetzt - die „Dieter App". „Dieter" gibt Fahrempfehlungen, Veranstaltungstipps, navigiert und kommuniziert. hor
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