Urheberrechtsreform: IT-Hersteller kämpfen gegen Verwertungsgesellschaften

Montag, 15. Januar 2007

Mit einer Werbeoffensive versuchen die deutschen IT-Konzerne ihre Interessen bei der anstehenden Reform des Urheberrechts durchzusetzen. Die von MECH Berlin entwickelten Anzeigen, die in reichweitenstarken Titeln wie "Spiegel" geschaltet werden, warnen vor massiven Preiserhöhungen für Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte, sollte den Forderungen der Verwertungsgesellschaften wie VG Wort, Gema und VG Bildende Kunst entsprochen worden. Zusätzlich ist ein öffentlichkeitswirksames PR-Event in Berlin geplant. Den Kampagnen-Lead hat die Münchner Niederlassung der PR-Agentur Weber Shandwick . Laut Jörg-Stefan Schmitt, Leiter Öffentlichkeitsarbeit & Werbung bei Brother und Sprecher der Initiative, hätte eine Reform nach den Vorstellungen von Gema und Co zur Folge, dass sich insbesondere die Preise für Multifunktionsgeräte auf einen Schlag mehr als verdoppeln würden. Als Folge befürchtet Schmitt, dass deutsche Verbraucher IT-Geräte künftig nur noch im Internet von ausländischen Anbietern kaufen könnten.

Die IT-Konzerne machen sich in der Kampagne für den von der Bundesregierung bereits vorgelegten Gesetzesentwurf stark, der eine Begrenzung der Abgabenhöhe auf maximal 5 Prozent des Straßenpreises vorsieht. Dieser wird allerdings von den Verwertungsgesellschaften abgelehnt. Der Initiative gehören 14 IT-Hersteller wie Fujitsu Siemens, Dell, Acer, Canon, Sharp, HP und Toshiba an. mas

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