Unternehmer haben vor allem im Osten keinen leichten Stand

Donnerstag, 23. November 2000
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Der Unternehmer ist nach wie vor ein anerkannter und geschätzter Beruf. Allerdings ist sein Image in Ostdeutschland seit der Wende erheblich gesunken, im Gegensatz zum Westen, wo er relativ positiv beurteilt wird. Das ergab eine Untersuchung von Inra Deutschland, Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung. Es wurden rund 1000 Personen ab 14 Jahre befragt. Allgemein nimmt der Unternehmer einen mittleren Rangplatz ein, die Befragten stufen ihn hinter dem Arzt, Lehrer, Rechtsanwalt und Ingenieur ein, aber auch vor dem Polizist, Pfarrer, Offizier, Künstler und Politiker. In Westdeutschland bewertet man sein Verantwortungsbewusstsein im sozialen Bereich und mit der Umwelt positiv, er nimmt eine feste gesellschaftliche Größe ein. Im Osten dagegen verliert der Unternehmer seine Bedeutung. Direkt nach dem Fall der Mauer hatte die Bevölkerung überhöhte und leichtfertige Erwartungen an den wirtschaftlichen Aufschwung. Nachdem sich die Struktur nur langsam wandelte, trugen die Enttäuschungen zum rapiden Imageverlust des Unternehmers bei. Jedoch scheint sich sein Ruf in der Bevölkerung im Osten langsam zu stabilisieren, eine gleichbleibende bis steigende Tendenz auf West-Niveau ist laut Inra zu verzeichnen.
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