Unlautere Fastfood-Werbung: McDonald´s und Burger King haben Verbraucherschützer am Hals

Dienstag, 18. Dezember 2012
McDonald´s steht wegen seiner Hamburger-Werbung in der Kritik
McDonald´s steht wegen seiner Hamburger-Werbung in der Kritik

Ärger für McDonald´s und Burger King: Die beiden Fastfoodketten verstoßen aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) mit ihrer Online-Werbung gegen das Wettbewerbsrecht. Wie eine Sprecherin der Berliner Interessenvertretung gegenüber HORIZONT.NET bestätigt, wurde bereits gegen beide Unternehmen ein Unterlassungsverfahren eingeleitet.
Burger King gibt aus Sicht des VZBV auf dieser Seite nicht alle Zutaten an
Burger King gibt aus Sicht des VZBV auf dieser Seite nicht alle Zutaten an
Stein des Anstoßes sind angeblich irreführende Zutatenlisten im Internet. Die Verbraucherschützer werfen McDonald´s und Burger King vor, die Konsumenten auf ihren Webseiten nur lückenhaft über ihre Produkte zu informieren. Konkret geht es dabei um den Hamburger und die Chicken McNuggets von McDonald’s sowie diverse Burger von Burger King. "Wenn die Unternehmen schon eine Liste mit Inhaltsstoffen bereitstellen, dann sollte diese wie auf den Produktverpackungen im Supermarkt unbedingt auch vollständig sein, sonst entsteht bei den Verbrauchern ein schiefes Bild", fordert die Sprecherin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, der bei seinen Recherchen auch von "WISO" unterstützt wurde. Das ZDF-Verbraucher-Magazin hatte am gestrigen Abend ebenfalls über die Unterlassungsverfahren berichtet.

Die scheinbar unvollständigen Zutatenlisten sind aber nicht der einzige Vorwurf, mit dem sich McDonald´s und Burger King konfrontiert sehen. Laut der Sprecherin werfen die Verbraucherschützer beiden Burgerbratern auch "Werbung mit Selbstverständlichkeiten" vor. So würden sich beide Unternehmen damit brüsten, dass sie für ihre Burger nur Buletten aus 100 Prozent Rindfleisch und keine Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe verwendeten. "Dies ist bereits in den Leitsätzen des Lebensmittelbuchs für Fleisch und Fleischerzeugnisse so festgeschrieben und daher überhaupt nichts Besonderes, wie es in der Werbung jeweils suggeriert wird", moniert die Sprecherin gegenüber HORIZONT.NET, die im Falle der Fälle auch eine Unterlassungsklage nicht ausschließt.

Burger King hat inzwischen auf die Vorwürfe reagiert. Auf Anfrage von HORIZONT.NET erklärt der Münchner Konzern, dass er die Beanstandung "nur teilweise für nachvollziehbar und juristisch gerechtfertigt" hält. Kein Verständnis hat Burger King etwa für den Vorwurf, der Konzern gebe nicht sämtliche Zutaten an. "Detaillierte Angaben zu Inhalts- und Konservierungsstoffen findet der Gast in jedem Restaurant auf dem Plakat "Wenn Du's genau wissen willst", welches gut sichtbar im Counter-Bereich angebracht ist", teilt Burger King mit. Darüber hinaus seien Angaben zu Allergenen und Nährwerten in den Restaurants auf der Rückseite der Tablettaufleger sowie auf der Website für alle Verbraucher einzusehen. Für weitergehende Informationen stehe den Kunden zudem ein Gästeservice zur Verfügung.

Die Kritik an dem Begriff „ohne Konservierungsstoffe“ kann Burger King allerdings nachvollziehen. Das Unternehmen bedauere, dass diese Angabe zu Irritationen geführt habe und werde in seiner künftigen Kommunikation den Hinweis „ohne Konservierungsstoffe“ in Bezug auf Hamburger-Patties nicht weiter verwenden. mas
Meist gelesen
stats