United Internet wirbt wieder für Web.de / Offensive für 1&1

Freitag, 10. August 2007
Bleibt Sponsor beim America´s Cup: Ralph Dommermuth
Bleibt Sponsor beim America´s Cup: Ralph Dommermuth

Der Internet- und Telekommunikationsanbieter United Internet in Montabaur setzt in der Werbung im 2. Halbjahr neue Schwerpunkte. Davon profitieren wird insbesondere die Portalmarke Web.de. Wie Vorstandschef Ralph Dommermuth am heutigen Freitag am Rande der Bilanzpressekonferenz gegenüber HORIZONT.NET ankündigte, wird das Unternehmen im 4. Quartal eine breit angelegte TV-Kampagne für das Portal starten, das United Internet im März 2005 für 200 Millionen Euro in bar sowie 5,8 Millionen Aktien übernommen hatte.

"Wir müssen auch für unsere Portalmarken hin und wieder etwas tun", begründet Dommermuth den Schritt. "Wir haben das Angebot auf Web.de deutlich ausgebaut, das wollen wir kommunizieren", so Dommermuth weiter.

Mit der Kampagne für Web.de wird der werbliche Auftritt von United Internet im TV wieder vielseitiger. Zuletzt stand in der Endkundenkommunikation im TV ganz klar die DSL-Marke 1&1 im Vordergrund. Allein im vergangenen Jahr summierten sich die Brutto-Werbeausgaben der Marke für TV-Werbung laut Nielsen Media Research, Hamburg, auf knapp 33 Millionen Euro (Gesamt-Bruttospendings: 49 Millionen Euro). Neben 1&1 hat in den vergangenen Jahren lediglich die Portalmarke GMX (Agentur: Heye & Partner, Unterhaching) im TV eine gewisse, wenn auch untergeordnete Rolle gespielt. Für Web.de wurde mit Ausnahme der punktuellen Ausstrahlung eines "alten" Spots aus den Anfangszeiten des Portals seit Jahren nicht mehr im TV geworben.

Die Offensive für Web.de ändert jedoch nichts daran, dass der Löwenanteil des Gesamtetats für 2007 in die Kampagnen von 1&1 fließen wird. Die Ziele sind ehrgeizig: "Bis Ende des Jahres wollen wir die Zahl der DSL-Kunden noch einmal um 350.000 steigern", kündigt Dommermuth an. Auf der Basis der am heutigen Freitag veröffentlichten Halbjahreszahlen ist 1&1 mit mehr als 2,4 Millionen Kunden derzeit die Nummer 2 im deutschen Markt vor Wettbewerbern wie Arcor (2,2 Millionen Kunden), Telekom Italia (2,18 Millionen Kunden) und Freenet (1,2 Millionen Kunden). Nur die Deutsche Telekom steht im DSL-Geschäft mit knapp 7,5 Millionen Kunden besser da.

Dazu, wie hoch der der Etat für die geplante 1&1-Kampagne ist, sagt Dommermuth nichts. Mit Kosten von rund 70 Euro für jeden gewonnenen 1&1-Nutzer glaubt Dommermuth aber bei den Kundengewinnungskosten besser dazustehen als die meisten Wettbewerber.

Weiteren Rückenwind erhofft sich der United-Internet-Chef vom Sponsoring. Das United Internet Team Germany, das in diesem Jahr beim America´s Cup debütierte, wird auch in Zukunft unter diesem Namen an dem weltweit größten Segelwettberwerb teilnehmen. "Wir führen derzeit die finalen Verhandlungen über den Vertrag", sagt Dommermuth, der die Fortsetzung auch mit den positiven Effekten auf die Marke begründet. So liege die ungestützte Bekanntheit der DSL-Marke 1&1 inzwischen bei knapp 40 Prozent. "Damit haben wir einen großen Sprung nach vorn gemacht." Die letzte America´s-Cup-Kampagne hatte United Internet eigenen Angaben zufolge mit rund 50 Millionen Euro unterstützt, mehr als die Hälfte davon stammte von Dommermuth persönlich. mas

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