Unilever steckt mehr Geld in Werbung

Freitag, 12. Juni 2009
Seit April alleinige Marketingchefin bei Unilever Deutschland: Andrea Schmidt
Seit April alleinige Marketingchefin bei Unilever Deutschland: Andrea Schmidt

Nach striktem Sparkurs im Jahr 2008 will Unilever jetzt wieder mehr Geld in Werbung stecken. „Wir haben uns genau angeschaut, was in der Wirtschaftskrise 2002 und 2003 passiert ist und unsere Learnings daraus gezogen. Ein Erfolgsfaktor war, antizyklisch zu werben", sagt Andrea Schmidt, Vice President Marketing bei Unilever Deutschland im exklusiven HORIZONT-Interview. Auf das Erfolgsrezept setzt Unilever auch 2009. Das war alles andere als zu erwarten, schließlich hatte Unilever den Etat 2008 um einen zweistelligen Prozentsatz zusammengestrichen. Schmidt: „2009 werden wir deutlich mehr investieren - in Media, aber auch in andere Marketinginitiativen." Wie viel mehr Geld Unilever genau in die Hand nimmt, lässt der Hamburger Konsumgüterkonzern offen. Fest steht, das Plus kommt nicht in Gänze den Medienvermarktern zu Gute. So plant Unilever unter anderem verstärkte Promotionaktionen im Handel und Packungs-Sondergrößen, die aus den aufgefüllten Marketingtöpfen bezahlt werden.

Andrea Schmidt: Das schöne am Internet ist, dass es so gut messbar ist.“
Zudem experimentiert der Konzern in diesem Jahr verstärkt im Netz. Schmidt: „Das schöne am Internet ist, dass es so gut messbar ist. Wir werden am Jahresende aussagekräftige Ergebnisse haben und dann entscheiden, wie wir weiter vorgehen." Spätestens 2010 soll das Online-Investment auch sichtbar im Etat steigen. „Unilever baut Alternativmedien zum TV auf und entwickelt dort immer mehr Expertise", so die Managerin weiter.

Exklusiv für Abonnenten

Exklusiv für Abonnenten
Das vollständige Interview mit Andrea Schmidt lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe vom 12. Juni.

HORIZONT abonnieren
HORIZONT E-Paper abonnieren


Schmidt, die mit der Neuorganisation der Geschäftsbereiche im April die Komplettverantwortung für das Marketing in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernommen hat, stellt auch die Dienstleister auf den Prüfstand: „Wir werden uns kritisch anschauen, ob unsere bestehenden Dienstleister diejenigen sind, die uns das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, das wir bekommen können." Kritisch äußerte sie sich mit Blick auf die Netzwerkagenturen über die Überführung von guter Strategie in weniger gute Kreation und überzogene Forderungen bei Fullservice-Dienstleistungen. mh
Meist gelesen
stats