Unicef kämpft mit Christiansen gegen Negativ-PR

Mittwoch, 06. Februar 2008
Sabine Christiansen und Kurt Beck packen für Unicef an
Sabine Christiansen und Kurt Beck packen für Unicef an

Nach dem Rücktritt von Heide Simonis als Vorsitzende des Deutschen Komitees für Unicef, bemüht sich das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen um Schadensbegrenzung. Die frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein hatte der Organisation nach Vorwürfen am Geschäftsgebahren am Wochenende den Rücken gekehrt. Simonis Nachfolger Reinhard Schlagintweit versucht nun den Imageschaden mit Hilfe anderer Prominenz abzumildern. Vor rund 200 Journalisten sprach Moderatorin Sabine Christiansen heute in Berlin dem Hilfswerk ihr uneingeschränktes Vertrauen aus. "Ich werde Unicef noch mehr unterstützen", kündigte Christiansen an, die als Botschafterin bereits seit 15 Jahren für die Organisation im Einsatz ist. Zeitgleich kritisierte sie das Krisenmanagement: "In der öffentlichen Darstellung sind immens große Fehler gemacht worden. Das Image der Organisation wurde aufs Spiel gesetzt."

Unicef-Geschäftsführer Dietrich Garlichs erteilte Rücktrittsforderungen eine Absage und stellte stattdessen einen Sechs-Punkte-Plan vor, mit dem das Bild der Organisation bei Spendern, Helfern und in der Öffentlichkeit wieder aufgemöbelt werden soll. Dazu gehören unter anderem verbesserte Finanzberichterstattung und Vertragscontrolling.

In dem Bericht, der das Imagedesaster auslöste, hatten die Wirtschaftsprüfer von KPMG unter anderem hohe Beraterhonorare und das Fehlen schriftlicher Verträge bemängelt. Auch die Verwaltungskosten von rund 20 Prozent der 2006 rund 97,3 Millionen eingesammelten Spendengelder sind mittlerweile in die Kritik geraten, ebenso wie die Praxis, Spenden mit Hilfe von Profi-Eintreibern zu sammeln.

Laut "Rheinischer Post" hat das Hilfswerk in Deutschland im Zuge der "Vertrauenskrise", wie Schlagintweit die momentane Situation milde nennt, bereits 5000 seiner rund 200.000 Dauerspender verloren. pap

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