Unerwarteter Zwischenstopp: Polizei durchkreuzt Mobile.de-Fahr-Event

Donnerstag, 05. Juli 2012
Matthias Meusel
Matthias Meusel

Geplant war der Stopp nicht. Aber die bayerische Polizei wollte den Lindwurm aus unterschiedlichen Autos, der durch das Voralpenland rollte, schon mal genauer untersuchen. Es war wohl das, was man im Behördendeutsch eine Routinekontrolle nennt, was den Teilnehmer des Mobile.de-Events „Mein Leben in Autos" eine unerwartete Zwangspause bescherte. Die 20 Personen hatten innerhalb der Kampagne des Onlineportals „Welcher  ist dein Nächster" an einem Gewinnspiel auf Facebook teilgenommen.  Der Auftritt, der den Gedanken „Das Leben ist zu kurz, um nur ein paar Autos zu fahren" bei den Kunden verankern soll, läuft seit Anfang des Jahres in TV und Online. Hinter dem Event steht der Versuch, die „Core Idea" von Mobile.de individuell erlebbar zu machen, erklärt Matthias Meusel. „TV, Social Media und Event bilden einen integrierten Dreiklang", sagt der Chief Marketing Officer. Social Media wird dabei zum Verbindungsglied zwischen Massenkommunikation und Event. Natürlich kann ein Unternehmen die Kanäle auch einzeln einsetzen. „Doch erst in der Kombination der drei Kanäle unter einer Core Idea entfaltet eine Kampagne ihre volle Wirkung", erklärt Meusel.

Auf das Event der Ebay-Tochter übertragen heißt das: 20 Teilnehmer leben einen Tag lang den Claim. Sie fahren mit 13 Fahrzeugen durch die bayerischen Alpen, etwa mit einem Alfa Spider, einem Ford Mustang, einem Lamborghini, einem Jaguar und einem Toyota Prius. Alle 30 Minuten gibt es einen Fahrzeugwechsel. Am Ende des Tages stehen 360 Kilometer auf dem Tacho - trotz des kurzen Zwischenstopps bei der Polizei. Die Beamten konnten an den Fahrzeugen keine Mängel feststellen.

Seit März flankiert Mobile.de den Auftritt mit dem Engagement-Programm „Mein Leben in Autos". Die User können auf Facebook analog zum TV-Spot ihre persönliche Auto-Biographie posten. 4000 Mini-Staus in Bildern haben die Anwender bisher produziert, 2000 User haben ihre Reihe mit Freunden geteilt. Und manchen, der vor Jahren in den Kisten bei einem Urlaubstrip als Beifahrer mit drinsaß, auf der Social-Media-Plattform getrackt. Ein Ende ist auch ohne ein weiteres Animationsprogramm noch nicht in Sicht. „Jeden Tag kommen durchschnittlich über 30 neue Autoreihen dazu", sagt Meusel.

Vor gut zehn Tagen hat das Unternehmen seine iPad-App gelauncht, nach dem Android-Programm und der iPhone-App das nächste Digital-Angebot. Damit der virale Effekt weiter geht, plant Meusel aber im Herbst die User erneut über Aktionen zu aktivieren und eine neue Kampagne zu starten. Wie die aussieht, das mag er jetzt noch nicht verraten. Stringenz, Kontinuität und Wiedererkennbarkeit sind ihm wichtig. Und langweilig darf es nicht werden, findet der Marketer. „Um relevant zu bleiben, muss man die Marke unter der Leitidee immer wieder neu aufladen", sagt er." Auf die Polizeikontrolle beim nächsten Event können allerdings alle verzichten. mir
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