Umfrage: Stört Product Placement beim TV-Schauen?

Donnerstag, 11. März 2010
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Mit dem in Kraft treten des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrages am 1. April können sich Werbungtreibende mit ihren Marken und Produkten hierzulande in redaktionelle Umfelder einkaufen. TV-Sender und Agenturen wittern Geschäft und bringen sich mit eigenen Units in Stellung, die Kunden sind zumindest interessiert - mehr dazu in der HORIZONT-Ausgabe vom heutigen Donnerstag. Ob Product Placement beim TV-Schauen selbst stört - HORIZONT.NET hat sich in der Branche umgehört. Lesen Sie auf den nachfolgenden Seiten die Antworten von Arno Schäfer (Mediacom Interaction), Torsten Ahlers (Wunderloop), Jens-Uwe Steffens (Pilot Media) und Simon Trägner (Akzio).

Arno Schäfer, Geschäftsführer Mediacom Interaction, Düsseldorf

Soll der TV-Kommissar in einem nicht deutlich sichtbaren Auto zu einem Verdächtigen fahren, mit einem No-Name Handy seinen Kollegen anrufen oder mit einer anderen Marke als Google seine Desk-Research starten? Das ist nicht glaubhaft! Marken gehören per se in einen guten Film. Jedoch gibt es Grenzen, die Fingerspitzen-Gefühl der Verantwortlichen erfordern, um es nicht zu konstruiert aussehen zu lassen.

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Torsten Ahlers, Geschäftsführer Wunderloop Media Services, Hamburg

Mich stören Markenartikel erstmal gar nicht. Weder als Zuschauer, noch als Marketeer oder als Verbraucher. Wenn ein Produkt gut platziert wird, ja, dann gefällt mir das sogar. Etwa wenn Bond seinen Aston Martin fährt, das gesamte Team von Dr. House an Apple-Computern arbeitet oder Neo in der Matrix mit Nokia telefoniert. Wenn ich allerdings mehr Produkt sehe als Inhalt, die Marke nicht zum Charakter passt oder noch schlimmer, wenn ich das Gefühl habe, die Werbung hat hier die Story gekauft, dann nervt mich das. Kurzum: Wenn das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort gezeigt wird, finde ich das gut. Genau wie beim Targeting.

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Jens-Uwe Steffens, Geschäftsführer Pilot Media, Hamburg

Product Placement - nett und elegant inszeniert - stört niemanden. Amerikanische Top-Spielfilme sind voll davon und auch die "Wetten dass..."-Quoten sinken sicher nicht aus diesem Grund.

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Simon Trägner, Geschäftsführer Akzio, Frankfurt

Nein - ich störe mich grundsätzlich nicht an Markenartikeln im redaktionellen TV-Umfeld. Zum einen gehörten sie ja bisher auch zum (TV-) Bild: irgendein Auto (bzw. eine Automarke) muss der Tatort-Kommissar nun einmal fahren, will er nicht zu Fuß die Verbrechen aufklären. Zum anderen gehören sie auch zum realistischen Bild unserer Zeit. Mit der neuen Fassung des Rundfunkstaatsvertrages ergeben sich neue Möglichkeiten für das Product Placement und ich hoffe auf kreative, subtile und glaubwürdige Anwendung. Die "FedEx-Cast away-Show mit Tom Hanks" ist nämlich nicht so mein Ding.

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