Umfrage: Kann Social Media Marktforschung ersetzen?

Mittwoch, 08. April 2009
Unternehmen suchen in der Marktforschung nach neuen Wegen
Unternehmen suchen in der Marktforschung nach neuen Wegen

Vereinzelt setzen in der Marktforschung erste Unternehmen Social Media Plattformen wie Facebook und Myspace ein. Zum einen, um Kosten zu sparen. Zum anderen, um näher an die Zielgruppen zu kommen, um so noch mehr über deren Wünsche und Bedürfnisse zu erfahren. Für Marktforscher ist das ein möglicher Weg, allerdings einer, der aus ihrer Sicht die klassische Marktforschung lediglich ergänzen sollte. Vertiefende Einsichten, so die Argumentation, liefert weiterhin nur die klassische Befragung der Verbraucher.

HORIZONT.NET wollte von Kommunikationsfachleuten wissen, inwieweit der Dialog der Marken und die Beobachtung der Kommunikation in Social Networks für Unternehmen zu einer Alternative werden kann? mir

Manuel J. Hartung, Chefredakteur Zeit Campus, Hamburg

Manuel J. Hartung
Manuel J. Hartung
Social Networks genau auszuwerten, ist eine neue Form qualitativer Marktforschung: (Was wird diskutiert? Wo entsteht etwas Neues? Wie kommt etwas an?) Nutzer sind fulminante Trendscouts. Jedes Unternehmen und jeder Journalist sollte sich StudiVZ, Facebook, aber auch Twitter genau anschauen. Großangelegte quantitative Marktforschung kann all das aber noch nicht ersetzen.

Martin Oetting, Leiter Forschung TRND, München

Martin Oetting
Martin Oetting
Krise hin oder her: Einblick in echten Austausch der Nutzer im Netz verändert die Marktforschung - und zwar nachhaltig. Aseptische Forschungslabore und anonyme Fragebögen haben Nachteile, die der Echtzeitdialog mit Nutzern im Web nicht hat. Dort gibt's ungekünstelte Auseinandersetzung mit wirklichen Vorlieben und schonungsloser Kritik frei Haus. Das richtig zu nutzen wird künftig zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil! Der entscheidende Vorteil: Man kann dynamisch, live und in Farbe während des Kampagnenverlaufs ermitteln, wie die Botschaft ankommt und im Flug Kurskorrekturen vornehmen!

Boris Lakowski
Boris Lakowski
Boris Lakowski, Geschäftsführer Sternsdorf Lakowski & Partner, Frankfurt

Das Monitoring sozialer Netzwerke hat seine Stärken vorrangig in der Generierung qualitativer Insights in spezifischen Zielgruppensegmenten. Klassische Marktforschung kann es dabei aber allenfalls ergänzen.

Nico Lumma, Social Media Director Scholz & Friends, Hamburg

Nico Lumma
Nico Lumma
Social Media Monitoring bietet quasi Marktforschung "on the fly" - wer redet mit wem über welche Marken und in welchem Kontext? Dies sollten Unternehmen nutzen, um sich zeitnah ein Bild über ihre Marke zu machen.

Matthias Kröner, Vorstandssprecher Fidor, München

Matthias Kröner
Matthias Kröner
Die Kommunikation in Social-Media-Kanälen zu beobachten, darf nur der erste Schritt sein. Nehmen Unternehmen aktiv am Dialog teil, ist das so gewonnene Feedback billiger, ehrlicher und skalierbarer als jede traditionelle Marktforschung. Dies funktioniert aber nur, wenn sich Unternehmen den ungeschriebenen Regeln des Web unterwerfen, sich öffnen,  Transparenz leben und den Dialog wirklich wollen.

Stefan Harms, Leiter Marketing Kommunikation Hermes, Hamburg

Stefan Harms
Stefan Harms
Gezielte Marktforschung ist in Social Networks nicht gegeben. Wenn man allerdings die
grundsätzliche Wirkung einer Kampagne im Vorfeld testen möchte, sind die Social Networks sicher eine Option.

 

 

 
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