Umfrage: Chancen, etwas zu bewegen, sind in der Wirtschaft größer als in der Politik

Mittwoch, 19. April 2000

Nicht nur dass Politiker in der Beliebtheitsskala bei den Bundesbürgern ganz unten rangieren, ihnen wird auch wenig zugetraut. Das Meinungsforschungsinstitut TNS EMNID befragte 500 Bundesbürger nach dem zukünftigen politischen und ökonomischen Gemeinwesen. Das Ergebnis ist eindeutig: Eine Mehrheit von 63 Prozent der Befragten glaubt, dass man die Führungsetage eines Großkonzerns anstreben sollte, wenn man in Deutschland etwas bewegen sollte. Nur 28 Prozent empfehlen laut Umfrage eine Führungsrolle in der Bundespolitik. Auch über ihre eigene Einflussnahme auf die politischen und ökonomische Entwicklungen scheinen sich die Befragten als Wahlbürger wenig Hoffnung zu machen: Nur 28 Prozent glauben, dass man in seiner Rolle als Wähler den größten Gestaltungspielraum hat. Dagegen denken 57 Prozent, dass der Einzelne in seiner Rolle als Verbraucher am meisten Einfluss auf große Zusammenhänge nehmen kann. "Wenn der Bürger seine Macht eher an der Ladenkasse als in der Wahlkabine vermutet, bedeutet dies eine völlig neue Herausforderung an die Kommunikationsleistung der Wirtschaft", kommentiert Martin Müller, Imageforscher bei TNS EMNID, die Ergebnisse der Umfrage.
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