Umbau bei der Otto Group kostet hunderte Arbeitsplätze

Donnerstag, 20. September 2012
In der Otto-Zentrale legen Projektmanager Hand an Otto, Baur, Schwab und Quelle
In der Otto-Zentrale legen Projektmanager Hand an Otto, Baur, Schwab und Quelle


Der Profilschärfung der Marken Otto, Baur und Schwab sowie der Neuorientierung bei Quelle.de könnten mehr als 700 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Das hat der Hamburger Handelskonzern Otto Group heute bekanntgegeben. Das Unternehmen will seine Tochtergesellschaften auf dem Online-Markt besser positionieren.
Der Umbau, der unter dem Projektnamen Fokus zusammengefasst ist, hat vor allem die Marke Otto im Visier, in die der Konzern in den kommenden drei Jahren insgesamt einen Betrag im dreistelligen Millionenbereich investieren wird. Der Versandhändler (Umsatz  2,1 Milliarden Euro, davon rund 75 Prozent aus dem Online-Geschäft) mit der Strategie vieler Vertriebskanäle soll mittelfristig mehr Wachstum erzielen. Dafür soll eine Positionierung von Otto.de "als inspirierende Mode- und Lifestyle-Angebotsplattform mit persönlicher, femininer Marken-DNA" sorgen, so heißt es, die von "profilbildendem" Marketing in der kommenden Modesaison begeleitet wird. Die Investitionen fließen unter anderem in eine neue selbst zu entwickelnde Software für den Internetauftritt und in eine Multi-Channel-Integration.

Die Auftritte der Marken Otto, Baur und Schwab sind das eine, die interne Umstrukturierung das andere. Während die Marketing- und Servicefunktionen weitgehend dezentral an den Standorten aufrecht erhalten werden, sollen andere Funktionen wie Buchhaltung und Controlling bis 2015 zentralisiert werden. Wie viele Stellen genau dem Veränderungsprozess zum Opfer fallen und wie viele betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, ist offiziell noch unklar.

Eine weiteres Sorgenkind der Hamburger ist der Online-Marktplatz Quelle.de. Er wird künftig von einer Tochtergesellschaft der Otto Group mit betrieben. Die Arbeitsverhältnisse der 60 Mitarbeiter werden beendet, ihnen werden offenbar andere Stellen in der Unternehmensgruppe angeboten. Die Umsätze von Quelle.de sind in Deutschland nach Unternehmensangaben deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Nun soll der Marktplatz in den kommenden Monaten in einen reinen Markenanbieter mit eigenem Sortiment - eigene Waren und solche aus der Otto Group - umgestaltet werden. "Mit diesem bewährten Konzept kann Quelle.de Sortimente und Preise selbst definieren. Auch der Versand und die gesamte Abwicklung mit dem Kunden liegt zukünftig in deren alleiniger Verantwortung", sagt der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Rainer Hillebrand. fo
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