Ultrabooks: Intel plant Großangriff auf Apple

Mittwoch, 09. November 2011
Das Zenbook von Asus gehört zur ersten Generation der Ultrabooks (Bild: Asus)
Das Zenbook von Asus gehört zur ersten Generation der Ultrabooks (Bild: Asus)

Der taiwanesische Notebook-Hersteller Asus macht es derzeit mit einer globalen Werbeoffensive vor, andere werden vermutlich nachziehen: Mit den Ultrabooks, einer neuen Generation von Laptops, versuchen zahlreiche Computerfirmen, Apples iPad Konkurrenz zu machen. Unterstützung werden sie im kommenden Jahr voraussichtlich von Chiphersteller Intel erhalten: Das Unternehmen - das die Bezeichnung Ultrabook markenrechtlich schützen ließ - kündigte eine Werbeoffensive für die neue Rechnergeneration an. "Im kommenden Jahr werden die Ultrabooks im Zentrum unserer größten Marketingkampagne seit Jahren stehen", sagte Intel-Vertriebsleiter Tom Killroy im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Sein Unternehmen stellt mit den Core-i-Prozessoren das Herzstück der Geräte her, die dadurch schneller werden als herkömmliche Laptops. Zudem zeichnen sich die Ultrabooks durch eine längere Akkulaufzeit aus: So soll ein "Aufwecken" des Geräts auch nach bis zu 50 Tagen Standby innnerhalb weniger Sekunden möglich sein.

Intel erfand die Bezeichnung Ultrabook
Intel erfand die Bezeichnung Ultrabook
Nach dem Launch des Betriebssystems Windows 8 sollen die Computer außerdem per Touchscreen bedienbar sein, ihre Tastatur werden die Ultrabooks jedoch voraussichtlich behalten. Kilroy im "Handelsblatt": "Die Erfahrung zeigt, dass ein neues Windows-Betriebssystem die Computernachfrage immer anheizt." Wann Windows 8 genau kommt, steht derzeit noch nicht fest. Die Ultrabooks sollen nach den Vorstellungen von Intel-Manager Sean Maloney am Ende des Jahres 2012 einen Marktanteil von 40 Prozent aufweisen. Neben Asus gehören Acer, Lenovo und Toshiba zu den Herstellern der Ultrabooks.

Die nun angekündigte Werbeoffensive soll die Ultrabooks als Alternative zum iPad präsentieren. Apples Tablet ist - anders als etwa das Notebook Macbook Air - nicht mit Intel-Prozessoren ausgestattet, sondern mit einem von ARM speziell entwickelten 1 GHz Dual-Core-Prozessor. Doch es hätte auch anders kommen können: In der autorisierten Biografie von Steve Jobs berichtet Walter Isaacson, Jobs habe erst Intel-Chips für das iPad favorisiert, ließ sich aber von seinem iPod-Chef Tony Fadell umstimmen. Weil das Tablet so gut gelang, blieb Apple bei einer Lösung ohne Intel.

Womöglich ist die Werbeoffensive, mit der Intel die Etablierung der Ultrabooks im Massenmarkt pushen möchte, teilweise auch eine kleine Retourkutsche für einen Deal, der nie zustande kam. Von Intel waren bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Details zu der geplanten Kampagne zu erfahren. ire
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