USA: Autobauer kappen klassische Werbeetats

Donnerstag, 15. April 2004

Automobilhersteller in den USA setzen neue Schwerpunkte in ihrem Mediamix - zulasten von Print und TV. Insbesondere den Verlagen bricht derzeit massiv Werbekundschaft aus der Automobilindustrie weg. Nach Angaben des Publishers Information Bureau (PIB) haben die Publikumszeitschriften im Februar 2004 insgesamt 2346 Anzeigenseiten an Autobauer verkauft - das sind gut 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In den ersten beiden Monaten beläuft sich das Minus auf 11,4 Prozent.

Ähnlich wie den Printtiteln geht es den TV-Sendern. General Motors etwa soll kürzlich seinen TV-Etat um 40 Millionen Dollar gekappt haben. "Das alte Marketingmodell ist tot", sagt Liz Vanzura, Werbedirektorin für die Geländewagenmarke Hummer, gegenüber dem Magazin "Dateline". Der Trend gehe zu experimentellem Marketing wie etwa Event-Promotions und interaktiven Aktionen. Dieselben Schwerpunkte setzt Mitsubishi: Die Daimler-Chrysler-Tochter will sich künftig ebenfalls stärker auf Direktmarketing, Events und Internet konzentrieren. Dafür soll der TV-Etat drastisch zusammengestrichen werden. Eine Kürzung des Gesametats in Höhe von rund 260 Millionen Dollar ist offenbar nicht geplant.

Ins Bild passt auch Toyota. Der Autobauer, dessen Onlineetat bereits 2003 um 100 Prozent auf 48 Millionen Dollar gestiegen ist, hat sich dieser Tage in den USA für ein Jahr exklusive Marken-Werberechte auf Ebay Motors gesichert. Toyota soll sich den Deal rund 4 Millionen US-Dollar kosten lassen. Als Gegenleistung erhält das Unternehmen ein eigenes Schaufenster auf dem Autoportal sowie Werberechte auf der Hauptseite Ebay.com. mas
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