US-Werbebranche: Rezession bedroht TV-Sender

Montag, 28. Juli 2008

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den USA wirkt sich immer stärker auf den Werbemarkt aus. Bislang waren vor allem Radio und Zeitungen betroffen, jetzt dehnt sich das lahmende Werbegeschäft auch auf die TV-Sender aus. Im Jahr von Präsidentschafts-Wahlkampf und Olympischen Sommerspielen, die das Werbegeschäft eigentlich ankurbeln sollten, schnallen viele große Werbekunden wie Coca-Cola und General Motors den Gürtel enger. Wie die "FTD" berichtet, überprüfen die beiden Werberiesen nun ihre Marketingbudgets.

Neben der lahmenden US-Wirtschaft bedrohen insbesondere der technische Wandel und neue digitale Formate viele amerikanische Medienfirmen. Diese sind zwar zum größten Teil auch im digitalen Geschäft tätig, die Einnahmen können jedoch die Verluste in den traditionellen Segmenten nicht ausgleichen. "Der digitale Bereich ist nicht groß genug", zitiert die FTD Michael Nathanson, Analyst von der Investmentbank Sanford Bernstein. Digital mache nur drei Prozent der Gesamteinnahmen der Branche aus.

Auch die Zahlen des Coen-Reports, herausgegeben von der Medienagentur Universal McCann, belegen die schlechte Lage des Werbemarktes. Die Agentur hat ihre Prognose für den US-Markt von 3,7 Prozent auf 2 Prozent reduziert. Die negative Stimmung weitet sich auch auf den globalen Markt aus: Die Wachstumserwartungen von 4,6 Prozent im Dezember 2007 mussten auf 4,4 Prozent zurückgeschraubt werden. Insbesondere die Top-Werbebranchen Automobil und Telekommunikation sparen im Marketing. jm
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