US-Unternehmen wollen 11. September nahezu werbefrei begehen

Donnerstag, 29. August 2002

Unternehmen und Medien in den USA signalisieren zwei Wochen vor dem ersten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 Zurückhaltung mit Werbung rund um die Berichterstattung der Katastrophe. "Das Gefühl ist, dass es ein Tag des Gedenkens und Respekts ist, und nicht ein Tag der Kommerzialisierung in irgendeiner Art", sagte Michael Drexler, CEO der US-Sparte von Optimedia International der "New York Times".

An diesem Tag solle "reflektiert werden, was geschah", stimmt Steven Wilhite, Vizepräsident von Nissan Nordamerika, zu. Das Unternehmen verzichtet wie auch Coca-Cola, General Motors und der Kabelsender HBO völlig auf Werbung. Andere wie beispielsweise Ford Motor und Procter & Gamble achten darauf, ihre Werbeschaltungen von der Berichterstattung über den Jahrestag fernzuhalten.

Der Elektronikmulti General Electric, der im Vorjahr patriotische Spots schaltete, denkt noch über eine ähnliche Form der Werbung am Jahrestag nach. Boeing, Hersteller der entführten Maschinen von American Airline und United Airline, sponsert ein Tribute-Konzert auf dem Sender NBC. Rupert Murdochs Fox News Channel wird am 11. September völlig werbefrei sein. Konkurrent CNN kürzt die Werbeunterbrechungen und reduziert die Werbezeit insgesamt um etwa 60 Prozent.
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