US-Tabakindustrie erzielt Teilsieg

Dienstag, 18. August 1998

Die Zigarettenindustrie in den USA hat gegen die Anti-Raucher-Lobby eine wichtige Auseinandersetzung gewonnen: Das Revisionsgericht in Richmond (Virginia) hat entschieden, daß die oberste Gesundheitsbehörde der USA, die Food and Drug Administration FDA, kein Recht hat, "Tabak und seine Vermarktung zu regulieren". Das FDA hatte angedroht, Tabak zur Droge zu erklären, was eine rigorose Reglementierung nach sich gezogen hätte – unter anderem eine Kontrolle über den Nikotin-Gehalt von Zigaretten. Die Auffassungen über die Konsequenzen der Entscheidung klaffen jedoch auseinander. Während die Zigarettenhersteller die Entscheidung als Sieg bewerten und die FDA-Bestimmungen über das Ende der Plakat- und Zeitschriftenwerbung sowie des Sponsorings von Tabakunternehmen als nichtig betrachten, will sich die FDA nicht geschlagen geben. Eine Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof erscheint somit unausweichlich.
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