US-Gericht hebt Regelung für Schock-Fotos auf Zigarettenschachteln auf

Dienstag, 28. August 2012
Auf Tabakprävention per Ekel-Motiv werden die USA wohl verzichten
Auf Tabakprävention per Ekel-Motiv werden die USA wohl verzichten

Was in Australien zur Pflicht wird, muss für die Vereinigten Staaten noch lange nicht gelten. Die Tabakindustrie dort darf nicht gezwungen werden, von der Regierung geforderte abstoßende Fotos auf ihren Zigarettenschachteln zu zeigen. Die Association of National Advertisers (ANA) zeigt sich von der jüngsten Entscheidung des Berufungsgerichts für den District of Columbia begeistert. Wie der Branchendienst "Adage" berichtet, geht es bei dem Gerichtsbeschluss beispielsweise um Bilder von faulenden Zähnen oder Rauch, der jemandem aus der Kehle steigt. Sie fielen unter die Rubrik gefühlsbetonter Botschaften, die sich jenseits von Sachaussagen bewegten und deren Abdruck daher nicht angeordnet werden könne. Dan Jaffe, bei der Organisation von Werbungtreibenden ANA für Regierungsbeziehungen zuständig, atmete angesichts der Gerichtsentscheidung auf. "Wir sind nicht die Bauchredner-Puppen, durch die hindurch die Regierung spricht", sagte er dem Medium. "Das Gericht hat klargestellt, dass die Regelung der Food and Drug Administration (FDA) aus Produktverpackungen und Anzeigen Mini-Reklameflächen für Regierungsbotschaften machen würde."

Die FDA, die dem Gesundheitsministerium unterstellte Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde der USA, hatte die Schock-Fotos auf allen Tabakverpackungen verlangt. Faktenneutrale Labels wie die Angabe von Inhaltsstoffen auf Lebensmittelverpackungen oder gesundheitsbezogene Warnhinweise sind von dem Gerichtsbeschluss nicht betroffen und dürfen weiterhin von der Regierung gefordert werden.

Mitte des Monats hatte Australien ein Anti-Tabak-Gesetz erlassen, das einheitliche Schachteln mit großflächigen Schock-Fotos verlangt. Die Markennamen der Hersteller dürfen nur noch klein auf den Verpackungen auftauchen. fo
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