Turadj Schahbasi über Tchibo Ideas: Der Kunde steht am Anfang

Mittwoch, 21. Juli 2010
Turadj Schahbasi, Leiter Business Development bei Tchibo direct
Turadj Schahbasi, Leiter Business Development bei Tchibo direct
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Tchibo Ideas Kaffeeröster Produktidee Plattform


Vor knapp zwei Jahren startete Tchibo Ideas. Dort bastelt der Kaffeeröster zusammen mit Kunden an neuen Produktideen. Rund 8000 Mitglieder hat die Plattform, auf der seit dem Start ein gutes Dutzend handelsreife Produkte entstanden. Turadj Schahbasi, Leiter Business Development bei Tchibo direct, erklärt im Interview die Ziele der Plattform und wie sie Marketing und Vetrieb verzahnt. Was unterscheidet die Plattform von anderen Dialog-Lösungen im Web?

Das Besondere an dieser Dialogplattform ist, dass wir bei Tchibo Ideas den Kunden in den Mittelpunkt aller Entscheidungen stellen, indem wir ihn in den ganzen Produktgeneseprozess, also von der Idee bis zum Verkauf des fertigen Produktes, einbeziehen.

Steht dahinter auch insgesamt ein "Mehr" an Dialogmarketing?

Dialog in dieser Form ist die höchste Ausbaustufe des Dialog-Marketings. Mehr bilateralen Dialog gibt es nicht. Denn bei Tchibo Ideas ist immer ein direkter Austausch zwischen Kunden untereinander und mit Tchibo möglich.

Inwiefern hat das auch Auswirkungen auf das Werbebudget? Gibt es Verschiebungen Richtung Dialog?

Die Ideenplattform Tchibo Ideas war für Tchibo der erste Schritt in Richtung Open Innovation bezeihungsweise Crowdsourcing und somit Vorreiter für das Themenfeld Social Media. Social Media ist ein Kommunikations- beziehungsweise Marketingfeld, welches ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation und des Dialoges ermöglicht und somit von uns erforscht und erprobt werden muss. Daher ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, ob es gegebenenfalls Verschiebungen im Budget geben wird. Das wird sich zeigen, nachdem wir umfassende Erfahrungen gesammelt haben.

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Inwiefern lassen sich durch solche Lösungen Marketing und Vertrieb womöglich besser verzahnen?

Die Verzahnung von Marketing und Vertrieb findet hier noch enger statt als üblicherweise. Auf Tchibo Ideas teilt der Kunde seine Alltagsprobleme oder unerfüllte Produktwünsche mit und gibt somit wertvolle Hinweise für einen bedarfsgerechten Vertrieb. Das Marketing greift diese Produktwünsche auf, setzt sie um und vermarktet sie. Also wird der Kunde bei Tchibo nicht erst am Ende der Prozesskette integriert, sondern bereits ganz am Anfang, nämlich im ersten Schritt der Produktgenese. So entstehen Produkte „vom Kunden für den Kunden“ und es schließt sich der Kreis zwischen Kunde, Marketing und Vertrieb.

Wie ist Tchibo Ideas mit anderen Marketingelementen verknüpft? Bisher ist Tchibo Ideas in die komplette Vermarktung eingebunden: im Kundenmagazin, am POS und im Onlineshop. Der Ideengeber eines Produktes wird sogar auf der Verpackung abgebildet und kann so sein Gesicht in unseren Verkaufsregalen wiederfinden.

Wieviele Produkte hat Tchibo Ideas bislang gelauncht?

Es wurden seit dem Start der Plattform bereits 13 Tchibo ideas Produkte gelauncht.

Erfolgreich?

Wir haben bereits die Erkenntnis gewinnen können, das sich manche Tchibo Ideas Produkte besser verkaufen und manche genauso erfolgreich wie die bekannten Tchibo Produkte. Alles in allem entsprechen die Zahlen dem normalen Durchschnitt. Nichtsdestotrotz ist bei den Tchibo Ideas Produkten der Absatz nicht das Hauptziel. Das Ziel liegt in der besonderen Form des Kundeninvolvements und der Kommunikation. Wir sehen Tchibo Ideas als eine langfristige Strategie, die Zeit braucht und richtig gelebt werden muss.

Jenseits des Absatzes: Was leistet dieser Dialog für die Marke?

Die Marke wird offener und somit greifbarer für unsere Kunden; sie können Tchibo mitgestalten. Außerdem wird die Marke durch den Einsatz dieses neuartigen Dialoginstrumentes mit Innovationskraft aufgeladen.

Interview: Olaf Kolbrück
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