Tütenstreit: Rewe schließt sich Aldi an

Mittwoch, 25. April 2012
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Nach Aldi hat auch Rewe eine Unterlassungserklärung gegenüber der Deutschen Umwelthilfe (DUH) abgegeben. Der Handelskonzern will laut DUH den Verkauf von Bioplastiktüten, die als "100% kompostierbar" bezeichnet wurden, endgültig einstellen. Das Unternehmen habe "an dem Vertrieb der beanstandeten Taschen kein besonderes Interesse mehr". In diesem Zusammenhang übt die DUH Kritik an Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). Der Verein wirft ihr vor, sich mehr von den Interessen der Wirtschaft, als von denen der Verbraucher leiten zu lassen. Die DUH hatte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aufgefordert, etwas gegen die als "biologisch abbaubar" beworbenen Plastiktüten zu unternehmen. Das Ministerium habe der DUH daraufhin lediglich empfohlen, "den Dialog mit den beteiligten Handels- und Produktionsunternehmen zu suchen", wie es von DUH-Seite heißt.

Die DUH hatte den Einzelhändlern am 11. April Greenwashing und Verbrauchertäuschung vorgeworfen und sie abgemahnt. Die als kompostierbar beworbenen Tragetaschen bestünden zu mehr als zwei Dritteln aus Erdöl und würden weder kompostiert noch recycelt. Nach Recherchen der DUH würden die Bioplastiktüten in den Kompostierungsanlagen normalerweise gemeinsam mit anderen Plastikfolien als "Störstoffe" aussortiert und anschließend entsorgt. Aldi Nord und Aldi Süd hatten die Unterlassungerklärung schon am Montag unterschrieben. fo
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